(Screenshot aus dem Video zur Kampagne #FitchTheHomeless)
Ich finde es mittlerweile bemerkenswert, nein eigentlich schon bedauerlich, wie sehr sich die “politisch korrekte” Zivilgesellschaft auf asoziale Typen wie Dov Charney oder Mike Jeffries einschießen. Sie lassen Maulkadaver fallen und schon rennen hunderte Journalisten und ach-so-empörte Blogger hinterher und putzen, wie die kleinen Putzerfische im Aquarium, den Dreck auf, brüllen nach dessen Konsumation und schreien darüber als gäbe es keinen Morgen mehr.
Denn die bösen, körperfaschistischen, sexistischen und was-weiß-ich-noch-alles, haben es gewagt wiedermal sehr medienwirksam ihr Maul aufzureißen um Maulkadaver zu spucken. Das machen sie in so regelmäßigen Abständen, dass ich ihnen mittlerweile unterstelle diese Statements in ihren Marketingplanungen festzusetzen, denn der Output einer solchen Äußerung ist keinesweges geschäftsschädigend. Ein paar Demonstranten vor einem Geschäft und schon hat man gratis Reichweite in einem Fernsehmedium. Dem dumpfen Medienkonsumenten bleibt einzig und allein das Logo im Unterbewusstsein hängen. Ein paar markige Statements über fette Menschen, die man nicht einstellen mag und schon hat man einen Shitstorm auf Twitter von dem am Ende nur die hunderttausendfache Wiederholung des Namens der Company übrigbleibt.
Ich habe in meinem Leben noch keine Filiale von Abercrombie & Fitch betreten. Mir genügen meistens schon die Gesichtern von den Menschen, die ihre Shirts tragen, um zu wissen dass ich dort nicht hingehen möchte. Und detto ergeht es mir auch mit American Apparel, die hässliche Klamotten machen und mit ihren Angestellten auch nicht besser umgehen.
Das ist allerdings kein Ausdruck ästhetischen Wahnsinns von Charney oder eines Jeffries, sondern der einer Gesellschaft, die nunmal Stores einfordern, die bis ins kleinste Detail perfekt durchgeplant sind. Übrigens habe ich noch keineN übergewichtigeN VerkäuferIn in einem Louis Vuitton, Gucci oder Chanel gesehen. Hat sich darüber schon einmal jemand aufgeregt oder nachgedacht? Ich glaube nicht. Es wird ja schließlich von einem Markenimage verlangt.
Nur weil hohlköpfige Firmenbosse laut aussprechen, was Common Sense in einer durchgestylten Medienwelt ist, heißt noch lange nicht, dass es irgendetwas an unserer Wahrnehmung ändert. Wahrscheinlich regt sich einfach nur die westliche Menschheit darüber so auf, weil es sie in Wahrheit aneekelt, wenn jemand laut ausspricht, was sie selber denken.
Wisst ihr, was ich aber viel schlimmer finde?
In Amerika werden gerade Abercrombie & Fitch Produkte an Obdachlose verschenkt, um der Marke zu schaden. Angeblich um sich an der Marke zu rächen, weil die übriggeblieben Ware in der Vergangenheit nicht an Obdachlose verschenkt hat – was keine mir bekannte Textilkette tut, sonst würde man sich ja den Preis kaputtmachen. (H&M hatte 2010 damit schon Probleme) Abercrombie zu stigmatisieren und im Umkehrschluss Menschen mit einer Marke zu stigmatisieren, damit sie schlecht dasteht, ist menschenverachtend. Es ist grotesk, gerade zu ekelerregend und selbstentlarvend.
Lasst die Dovs und Jeffries’ einfach ihren Bullshit verbreiten, so wie bei allen anderen Gelegenheiten im Leben, denn Trolle verbreiten sich erst durch Beachtung und Aufmerksamkeit.
Hier ist übrigens das Video der sehr fragwürdigen #FitchTheHomeless Kampagne













