Unser Test: Starbucks vs. McCafé

Bereits seit einiger Zeit versucht die Kette mit dem großen M auf dem Kaffeehausmarkt Anteile zu gewinnen und haben ihrem erklärten Konkurrenten Starbucks den Kampf angesagt. “Wir versuchen, besser zu sein, weil wir eine größere Auswahl anbieten”, sagte der Chef von McDonalds Deutschland Bane Knezevic in einem Interview.

Ob ihnen das gelingt? Starbucks hat Kultcharakter und auf Paparazzi-Fotos sieht man ständig irgendeinen Hollywood-Star mit einem Frappuccino durch die Gegend laufen, als gäbe es die Worte “Diät” und “Cholesterin” nicht.

Was ist also an der Kampfansage von McDonalds dran und wie sehr bemühen sich beide Ketten?

Wir finden es wäre an der Zeit beide Ketten zu prüfen, schließlich geben wir hier unser hart Verdientes aus und wollen dafür auch eine gute Leistung! Getestet wurde das McCafé in Mistelbach, Niederösterreich, und die Starbucks Filiale auf der Kärntner Straße im 1. Bezirk, Wien. Von Teresa, Vanessa und mir. Hinweis: Wir hatten zu keinem der beiden Unternehmen zu irgendeinem Zeitpunkt unseres Tests Kontakt - weder vorher noch nachher - oder bekamen Rabatte beim Kauf ihrer Produkte.

1. Ambiente, Flair & Sauberkeit

Starbucks: Die getestete Starbucks Filiale wurde vor ca. fünf Monaten neu renoviert, was auch dringend notwendig war. Die Polstermöbel sind leider nicht mehr geworden, dafür sauber und fleckfrei und die Tische nicht abgekratzt.
Starbucks hat einen Gastgarten gegenüber dem Hotel Sacher mit hübschen Mahagoni-Möbeln, Aschenbechern (ideal für RaucherInnen), Buchsbäumchen und grünen Sonnenschirmen. (Leider werden nicht sooft die Tische abgeräumt, was dazu führt, dass man sich erst Platz schaffen muss.)
Die WCs sind seit der Renovierung schöner und sauberer geworden, duften jetzt auch nicht mehr nach Bahnhofsklo.

4 von 5 Punkte

McCafé: Hier wird auf hübschen, sterilen Ledergarnituren in Beige Kaffee geschlürft. Frau bekommt an den Tisch serviert und hat ein Magazinregal mit der aktuellen Vogue, Madonna etc. zur Verfügung. Praktisch! Jetzt kann ich gleich entscheiden welches es wert ist noch gekauft zu werden.
Genauso gibt es im Outdoor Bereich von McDonalds eine kleine Lounge reserviert für die Gäste des McCafé. Sieht hübsch aus, der Tisch ist aber sehr unpraktisch, weil zu niedrig und schon ist die unfreiwillige Yoga-Übung vorprogrammiert. (Vielleicht wäre es ganz gut, wenn sich der Interior Designer mal selber hinsetzen würde. Oder vielleicht treffen wir hier auf einen Yogi? ^^)
Einziger Nachteil ist hier das Publikum. Da man den McDonalds meist im gleichen Raum hat.

4 von 5 Punkte

Fazit: Wirklich schwer hier einen Gewinner zu ermitteln. Es bemühen sich beide und der Besucher muss selber entscheiden, ob er/sie auf steril oder kuscheln steht.

2. Produkte & Preise

Starbucks: Die berühmten Starbucks-Preise… zu denen muss ich ja nichts mehr sagen. Übrigens hat der Starbucks Chef von Deutschland Cornelius Everke in einem Spiegel Online Interview zu der Preisdebatte 2004 gemeint: “Das Pricing ist für unsere Kunden kein Thema, das wissen wir aus Befragungen.”
Für mich ist aber ein Latte Grande um € 4,80 schon ein Thema. Sorry. Das ist immer noch Kaffee - auch wenn er von guter Qualität ist - und kein Champagner. (Die Rechtfertigung des Preises klären wir noch in Punkt 4) Bei den Speisen: Oft von uns konsumiert wird der New York Lachsbagel, der am Vormittag noch ein Gedicht, am Abend ein Graus ist, da er anscheinend in der Früh geliefert wird und den ganzen Tag in der Vitrine liegt. Und für über 4 Euro pro Stück kann man sich was erwarten.
Teresa hatte während dem Test-Essen ein Ham&Cheese Croissant bestellt “der super war!” Weitere Anmerkungen wert sind auch die Sandwiches wo man nicht weiß, ob man zuviel Pesto erwischen kann oder sie schon matschig sind. Wer auf zocken steht…

3,5 von 5 Punkte

McCafé: Der geeiste Café Latte scheint aus echtem Kaffee gemacht zu sein, der Frappé mit Kaffeegeschmack wird aus Instant Pulver mit crushed ice in den Mixer geschüttet. Das Milka Naps und das Glas Wasser sind gratis. Der Strawberry Cheese Cake mit hübscher Schokoverzierug am Teller (1,99 €) war gut, weniger allerdings der Schokoladen Brownie (zu hart und trocken).

4 von 5 Punkte

3. Freundlichkeit des Personals

Dass sich das Bedienungspersonal in sämtlichen gastronomischen Bereichen seit einigen Jahren um die Kundschaft bemüht und nicht ein Gesicht zieht, als ob man sie bei etwas stören würde, mag ja vielleicht an der gespannten Situation am Arbeitsmarkt liegen, trotzdem bemühen sich beide Kaffeehausketten noch ein Stückchen mehr um ihre Gäste.

Starbucks: Die Baristas (wie sie konzernintern heißen) helfen auch dem Erstbesucher eine gute Wahl zu treffen, reden in der Test-Filiale schon fast besser Englisch als Deutsch (wegen der vielen Touris) und verlieren nie die Nerven oder fangen zu Drängen an, wenn sich der Gast nicht entscheiden kann. Auch wenn die Kundschaft schon auf der Straße ansteht.

5 von 5 Punkte

McCafé: Nett, aber nicht überschwänglich freundlich. Im Gegensatz zu Starbucks bringen sie die Bestellung zu Tisch. (Etwas ungewöhnlich für McDonalds Besucher)

4,5 von 5 Punkte

4. Corporate Social Responsbility

oder auch
“Soziale Verantwortung”

Starbucks ist stolz darauf seinen eigenen Fair Trade Kaffee direkt von den Bauern zu kaufen und ist auch gewillt diesen mehr zu bezahlen, als auf dem internationalen Markt üblich. (Artikel FAZ.net, 2007) Dieser Umstand soll auch erklären, warum der Konsument bei Starbucks mehr bezahlt. Aber was hat dies mit CSR zu tun, wenn man die Mehrkosten zum Teil auf den Kunden abwälzt?

McCafé wird natürlich als Teil von McDonalds gesehen und hat somit das gleiche CSR-Programm, das soviel heißt wie: den Abfall in den Filialen zu minimieren und zu recyceln, Antibiotika bei den liefernden Bauern so gering wie möglich zu halten und schlußendlich auch die Ronald McDonald House Charity, wo Eltern die Möglichkeit gegeben werden soll bei ihren kranken Kinder im Krankenhaus übernachten zu können.

Die CSR-Jahresberichte beider Unternehmen: Starbucks und McDonalds


Foto/Credit: Teresa, Mia

8 Responses to “Unser Test: Starbucks vs. McCafé”

  1. Seraphime Says:

    Schade, dass wir hier in Leipzig keinen Starbucks haben :( Hätte mal gerne von denen einen Kaffee ausprobiert.

  2. skro Says:

    Ein interessanter Test, doch gerade in Wien gibt’s genug andere Alternativen zu Starbucks. Ich gestehe - habe eine Aversion gegen den Schuppen. Und das nicht nur wegen der Preise. Der Fair Trade Kaffee rechtfertigt absolut nicht die Preise, im Weltcafé (die natürlich auch FairTrade verwenden) kostet die Melange gerade mal 2,30€ und der Latte kommt auf 3,50€ (Angaben ohne Gewähr). Also besinnt euch eurer Wiener Wurzeln und eilt ins gute alte Kaffeehaus, wo die Ober noch charmant unfreundlich sind und man keine Angst haben muss von einem Burger erschlagen zu werden.
    Interessant hätte ich auch noch CoffeeShop gefunden. Ist das nicht eher die Konkurrenz zu Starbucks? McDonald erweckt bei mir immer so Rastplatzgefühle statt urbanem Chic.

  3. mia Says:

    @ skro

    Verstehe ich auch. Aber wir wollten hier zwei Ketten testen, die jeder kennt.
    Den besten Kaffee Wiens bekommt man sowieso in der Kaffeeküche am Schottentor und über die haben wir schon mal geschrieben :)

    http://stylekingdom.com/blog/stylekingdom-unterwegs/kaffeekuche-schottentor/

    PS: Charmante, freundliche Ober? ;) jajaja…träum weiter.

  4. coco Says:

    this makes me crave a mocha now! and i love how you presented the interview!

  5. anna.FrOst Says:

    mhmh..kaffee…
    dank deinem post hab ich sowas von sucht.. aber ich trink auf der arbeit schon genug..nur sind die nicht ansatzweise so lecker, wie bei starbucks. leider muss ich mich bekennen: ich war noch nicht im mccaffee. aber: ich werds probieren! sieht nämlich sehr schmackhaft aus!!
    hast übrigens ein stöckchen zugeworfen bekommen–>
    http://missleelu.blogspot.com/2008/07/koffer-packen-stckchen.html

  6. Mirjam Says:

    Hey supppercooler Post! Find ich ganz toll. In der Schweiz gibts noch keinen McCaffé glaub ich.. Und irgendwie hätte ich ein schlechtes Gewissen meinem Starbucks fremdzugehn..

  7. Pistazieneis Says:

    Mir persönlich gefällt Mac Cafè im Gegensatz zu Starbucks besser. Die Preise sind akzeptabel und der Apfelkuchen ist einfach köstlich.
    Von den Preisen und dem Flaire kommt meiner Meinung nach allerding keiner von Beiden an die richtigen kleinen Coffee-Shops in Amerika ran.

  8. Oliver Springer Says:

    Ich gehe sowohl zu Starbucks als auch zu McCafé und finde, dass beide Ketten ihre Vorzüge haben. Man ist doch gar nicht jeden Tag in der der gleichen Stimmung oder hat die gleichen Bedürfnisse.

    Bei Starbucks ist es generell viel entspannter, auch wenn es in manchen Filialen aufgrund des großen Andrangs zu manchen Zeiten dann doch etwas hektischer als gewollt ist.

    Bei McCafé hat die Gestaltung auch ihren Charme, aber einen anderen, einfacheren. Die Lockerheit / Ungezwungenheit eines Burger-Ladens ist da schon noch mit bei. Oft wird ja gar nicht strikt getrennt, was ich allerdings nicht so gut finde. Wenn ich meinen Kaffee genießen möchte, aber die Fritten am Tisch nebenan riechen muss, steigert das nicht den Genuss.

    Starbucks ist eben Premium-Anbieter, bei McCafé ist alles etwas einfacher, wobei ich bei den ersten Besuchen schon erstaunt war, wie gut die Kaffeespezialitäten und der Kuchen dort schmecken, da hatte ich weniger erwartet.

    Trotz der vielen Möglichkeiten scheint es bei Starbucks im Schnitt viel schneller zu gehen bei den Bestellungen. Bei McCafé muss man auch einrechnen, dass man am Tresen auf jemanden trifft, der vom Kaffee-Bereich keine Ahnung hat.

    Und der Toilettenvergleich geht nach meinen zahlreichen Besuchen verschiedener Filialen beider Ketten in Berlin immer zugunsten von Starbucks aus.

    Preise: Bei Starbucks bezahlt man doch nicht nur für den Kaffee, es geht um das Starbucks-Erlebnis.

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