Lookbook & Bio: Chantal Thomass

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Weil ich keinen Text zur Biographie von Chantal Thomass gefunden habe,
übersetze ich euch Auszüge aus einem Artikel von Claire Marbrut.

Chantal Thomass setzte ihre ersten Schritte in die Modewelt im Alter von 18 Jahren mit improvisierten, exzentrischen, außergewöhnlichen Kleidern, welche ihren extravaganten Charakter unterstreichen sollten. Mit ihrem Ehemann, Bruce Thomass, einem jungen Kunststudenten startete sie ihre Karriere 1967 indem sie ihr Unternehmen gründete: Ter et Bantina. Benannt nach einem Studio, das ihr Mann frequentierte, das sich in Farben und Stoffe spezialisiert hatte und als Symbol für die Doppelnatur ihrer Designs, denn Künstler und Designer arbeiteten zusammen.

Die Ter et Bantine Jahre (1967-1975) waren durch den Geist der Bohemien, Humor und Provokation, Woodstock und die Hippie-Bewegung gezeichnet.

Ihre ersten Schritte machte sie in einem vollgestopften Arbeitsraum in der Garage ihrer Eltern mit sehr wenigen Mitteln. Sie kaufte teure Materialien am Markt von Saint-Pierre und Le Sentier in Paris, wählte außergewähnliche Muster mit starken Farben und Motiven der naiven oder exzentrischen Malerei. Sie entschied sich gegen herkömmliche Materialien, kürzte die Kleider, verwendete Baumwolle oder Ölkleidung, Lurex oder Flanell, schneiderte Puffärmeln, gigantische Peter Pan Krägen, Volants und Falten. Sie entwarf Plateauschuhe mit Pompoms oder riesige Hüte, Kleider aus Seidenschals, bestickt mit naiven oder abstrakten Motiven ihres Ehemannes….

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Saint-Tropez: Chantal und Bruce Thomass verkauften ihre Stücke am Strand. Brigitte Bardot kaufte eines davon, der Rest ist Geschichte. Von 1967 bis 1969 designte Chantal Thomass für die Pariser Boutique Dorothée Bis. 1970, eröffnete sie ihre eigene Boutique in der Rue Dauphine. Sie arbeitete für Kenzo und Jean-Charles de Castelbajac, designte für Ko and Co und veranstalte ihre erste Show bei Salle Wagram zusammen mit Kenzo, Jacqueline and Elie Jacobson. Chantal Thomass entschied sich schließlich ihre Produkte unter ihrem Namen zu verkaufen.

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Zusammen mit Thierry Mugler, Marithé und François Girbaud, Emmanuelle und Khassar Khanh etablierte sich
Chantal Thomass in einer neuen Designer-Generation, die 1973 mit der Förderung der Fédération Française de la Couture, du Prêt-à-Porter et des Créateurs de Mode. Die strenge Definition der Marke ging jetzt einher mit dem Designer, dem Namen, dessen Stil und spektakulärer Shows.

Während in den 70ern der Zusammenhalt und die Kooperation mit den Designern im Vordergrund stand, waren es in den 80ern das Gegenteil. Es war ein Rennen mit den großen Namen, die die Bühne einnahmen, wie Marc Bohan oder Karl Lagerfeld.

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1981, der Fotograf Jean-François Jonvelle stellte Chantal Thomass dem Künstler Benoît Devarieux vor, der das Logo, der entfremdete Schatten von Chantal Thomass, kreierte. Mit der Wahl ausschließlich Schwarz und Weiß zu verwenden codierte sie einen graphischen Look, der Look der unerreichbaren Frau – der “Business Woman”.

Mittels mehreren erfolgreichen Werbekampagnen baute sich die Identität der Marke auf. Es war Thomass selber, die dafür vor der Kamera stand. Mit ihrem strengen Haarstil, erinnerte sie an Louise Brooks, die den Inbegriff der Weiblichkeit stilisierte und der die Designerin zum Verwechseln ähnlich sieht.
Die Produktpalette reichte von da an von Lingerie, Schmuck, Fächern und Regenschirmen bis zu Hosenanzügen und Abendkleider.

Mit ihrer Liebe fürs Detail und ihrer Art mit Effekten zu spielen, entwickelte Chantal Thomass einen verführerischen und mysthischen Stil. Nichts mehr als ein BH unter einem Männersakko… die Corsage wurde aus dem Boudoir geholt und die Taille geschnürt.
Es erinnert an die Herkunft des Cancans, an Toulouse-Lautrec, an die Modeillustratoren aus den 20ern, wie Leape oder Iribe, Pinups und wagemutige Frauen, wie Josephine Baker, Colette, George Sand und Mistinguett. Chantal Thomass kann man als die Erfinderin des good-looking bad girls bezeichnen, die das Risiko einging als nicht zeitgemäß zu gelten und stets Vulgarität aus ihren Kollektionen verbannte. In drei Jahrzehnten schaffte sie es einen Look zu etablieren, der über Tabus und Trends steht.

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