Interview: Alexander und Anna Sova – DKSHW / Dernier Cri

Das Interview fand am Vormittag des Ringstraßen Galerien Designer Award statt an dem Dernier Cri, bestehend aus Anna und Alexander Sova, teilnahmen.

Warum sie nach Berlin ziehen und wie sie die österreichische Modeszene betrachten, könnt ihr hier lesen…

Meine erste Frage bezieht sich auf ein Interview, das ich bei Michaela Amort, Tschilp.com, von 2007 gefunden habe, und ihr habt dort gemeint, ihr wollt in Österreich bis auf den Austria Fashion Award keine österreichischen Events und Awards mitmachen.

Alexander Sova: Ja, wir haben 2007 noch beim Ringstraßen Award mitgemacht und finden, dass es bis jetzt noch immer die interessanteste Veranstaltung in Wien ist. Abgesehen davon waren wir nicht wirklich daran interessiert, in Wien irgendetwas zu machen, da wir mittlerweile im Ausland unsere Sachen vertreiben und unsere Hauptaugenmerk eher das Ausland als das Inland ist. Im Sommer möchten wir nach Berlin ziehen, eigentlich sind wir schon mit einem Fuß dort.

Anna Sova: Es wird in Wien auch nicht sehr viel für junge Designer geboten.

Ihr hattet auch einen Shop in der Kirchengasse…

Alexander Sova: …den haben wir schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Man muss sich einfach entscheiden, entweder man hat einen Shop, oder man ist Designer, aber zeittechnisch ist beides unmöglich.

Und wie war eure Erfahrung in eurem Shop?

Alexander Sova: Man muss leider zugeben, wenn man Wien und Berlin vergleicht, sind Berliner interessierter, als Wiener. Neue Sachen werden einfach gerne angenommen und angeschaut. Im Prinzip ist es hier die “Wurscht-Mentalität”, die durchkommt…

Anna Sova: … das heißt jetzt nicht, dass Wiener die schlechteren Leute sind…

Alexander Sova: Das nicht, aber sie haben einfach andere Prioritäten, sie sind modisch nicht so interessiert. Das ist das Grundproblem.

Ihr habt dann auch in dem Interview 2007 mit Tschilp.com gesagt, dass es eine Art “Ausbildungsrassismus” in Österreich gibt, weil ihr von der Modeschule Hetzendorf seid und Leute von der Angewandten eher gefördert werden. Hat sich das aus eurer Sicht irgendwie geändert?

Alexander Sova: Bis auf eine kleine Förderung, die wir bekommen haben… aber es ist so, dass was von der Angewandten kommt und es ist egal, ob es ein Punkt oder eine Pinselstrich ist, eine größere Bedeutung und Wertigkeit hat, als bei anderen. Obwohl hier wirklich auch die Kompetenz oft zu wünschen übrig lässt…

…von der technischen Seite her?

Alexander Sova: Beispielsweise vom Schnittzeichnen. Wenn sie fertig sind, haben die meisten nicht wirklich die Skills, die sie brauchen, meiner Meinung nach.
[nach einer kurzen Schweigepause] Es wird nur einseitig gefördert, vor allem, weil man in Wien nicht wirklich viele Konkurrenten züchten möchte und dementsprechend auch viel mehr Künstler als Designer fördert. Das ist meine Erkenntnisse aus dem Ganzen.
Wir haben ja auch keine schlechte Ausbildung… wir haben Hetzendorf gemacht zu der Zeit, als es auf Uni-Niveau umgebildet worden ist und obwohl es gleich ist, hat es einen anderen Stellenwert… Es waren hier [bezogen auf Modeschule Hetzendorf] drei und nicht fünf Jahre, was für uns ein riesengroßer Vorteil war. Wir haben wirklich umfangreich vieles mitbekommen.

Wo seht ihr im Allgemeinen eure Zukunft? Ihr werdet als nächstes nach Berlin gehen…

Alexander Sova: Wir möchten unsere Shopliste erweitern. Bezüglich Berlin möchten wir jetzt nicht groß in die Modeszene einsteigen, es ist uns einfach nur wichtig, dass wir in eine Stadt ziehen, die wirklich unseres ist und wo wir uns hundertprozentig wohl fühlen. Das hat nichts karrieretechnisches, sondern mehr etwas privates und persönliches.

Woran arbeitet ihr gerade?

Alexander Sova: Wir sind an der neuen Sommerkollektion und haben umgestellt. Seit Frühling, Sommer 2010, wir machen mehr Menswear und haben vorher Unisex gemacht und das ist jetzt schon die Planung für 2011.

Von eurer Website habe ich nur das Logo gefunden. Ist das ein Statement?

Alexander Sova: Nein, das Label, das wir in Wien aufgebaut haben… Das Label Dernier Cri ist im Moment in der Auflösung. Das Menswearlabel DKSHW bauen wir weiter aus und Frühling/Sommer 2010 ist gut angenommen worden.

Ihr habt eure erste Kollektion in Amerika verkauft. Wie ist es dazu gekommen?

Alexander Sova: Das war ein Zufall, nachdem wir uns in Wien einmal mit jemanden nach einem Konzert unterhalten haben und der hat uns an einen Freund, der einen Laden in Boston hat weiterempfohlen und so hat es dann angefangen.

Euer eingereichtes Stück für den Ringstraßen Award ist vom Material her außergewöhnlich, was habt ihr verwendet?

Alexander Sova: Das war Lycra, in den unterschiedlichsten Varianten.

Anna Sova: Einmal lackbeschichtet und die Schulterpolster zweifärbig. Ein ziemlich außergewöhnliches Teil.

Habt ihr euch schon die anderen Teilnehmer angesehen?

Alexander Sova: Ja, zum Teil schon.

Denkt ihr ans gewinnen heute oder just for fun?

Alexander Sova: Kann sein, wir wissen´s nicht [lacht]

Anna Sova: Es sind wirklich tolle Teile dabei

Alexander Sova: Sagen wir mal.. ich denke wir haben keine so schlechten Chancen.

Anna Sova: Aber das denkt jeder, sonst wären wir nicht hier.

Alexander Sova: Ganz genau, aber das ist ja der Sinn der Sache.

Vor allem die letzte Frage wurde von den beiden mit einem Augenzwinkern beantwortet.

Vielen Dank für’s Interview!

foto/credit: mia

4 thoughts on “Interview: Alexander und Anna Sova – DKSHW / Dernier Cri

  1. Pingback: Cool Outfit: Und noch ein paar Modeschauen | Anziehendes in Blogbuchstaben

  2. Pingback: Stylekingdom.com - Fashion, Lifestyle und Gossip » Blog Archive » showroom | project: DKSHW/Dernier Cri, Shakkei und Andreea Tincu

  3. Pingback: Dernier Cri seen by Michael Dürr @ MQ Vienna Fashion Week 10 | Tschilp

Click on a tab to select how you'd like to leave your comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>