Ich kann nicht umhin seit einiger Zeit eine überhebliche Note altgedienter BloggerInnen gegenüber neuem Zuwachs in der Bloggerlandschaft zu bemerken. Fast ist es so als befände man sich in einer studentischen Verbindung, die Aufnahmeprüfungen fordert, um dem “heiligen Kreis” der BloggerInnenschaft anzugehören. Einige fühlen sich sogar bemüßigt eine Sprecherposition einzunehmen… Nein, wir sollen keine JournalistInnen sein, wir müssen besser, objektiver, losgelöster, unkorrumpierbarer, kritischer und treffender sein, als alles was bisher da war. Man möge nicht in einen Topf mit diesen ideenlosen H&M-Schlampen (pardon) geworfen werden, die ein Übel für das ganze neue Medium darstellen…
Einen Heiligenschein an Tisch 12!
You know what? Calm down.
Wer Spaß am Bloggen empfindet, soll Spaß daran haben. Wer Angst - anders kann ich es nicht ausdrücken – vor den neuen Gesichtern hat, die 16jährig, jung und naiv in ihren Kleiderschränken vor laufender Webcam wühlen, soll sich andere Hallen suchen. Diese elitär angehauchte Schrebergarten-Diskussion verdirbt mir seit einiger Zeit gehörig den Appetit, denn sie hat nurmehr marginär mit Mode, weswegen wir ja eigentlich alle hier sind, zu tun und nimmt einen überproportionierten Anteil ein.





word. und wie recht du hast…gibt massig neue gesichter und das ist auch gut so. wär auch toll wenn bei uns in A dahingehend mehr passiert und sich leute trauen würden. aber mal sehen ob es dazu kommt. die strassen würden modetechnisch sicherlich interessanter werden.
du nimmst mir die worte aus dem mund…zumindest die zensierte version meiner worte :)
Knackige Wortwahl. Sehr gut.
schön formuliert, hab da auch eine kleine geschichte dazu. hab mir vor ein paar wochen eine jacke bei h&m gekauft, gefiel mir, passte mir, daher gekauft. hab ein tragefoto auf meinem blog upgeloadet, und bekam das kommentar “bei les mads wurde dieses teil zum absolutes no-go deklariert, aber bei dir siehts eigentlich ganz gut aus”. ja wenn die prinzessinnen des stils meine jacke als no-go abstempeln, dann muss das ja stimmen??? finde die wichtigkeit die sich manche blogs zuschreiben, und auch dass sie meinen sie haben Entscheidung darüber was Stil ist, was nicht, was gut ist, was nicht.. einfach zum k***en. wie war das noch mal mit dem übermut? ;-)
Hey Mia,
gute Gedanken! Ich nehme mal an, du nimmst die Podiumsdiskussion auf der re:publica zum Anlass. Die Abwertung der “Kleinmädchenblogs” konnte auch ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich freue mich immer über Neuzugänge in der Blogosphäre, alles gefallen muss mir aber nicht, was zur Konsequenz hat, dass ich es nicht lese. Wird ja niemand zu gezwungen. Dass heisst aber noch nicht, dass durch Mädels, die einen anderen Ansatz verfolgen, die “Modeblogosphäre” beschmutzen. Das wäre in der Tat überheblich.
@Lene Wieso dich das stört, ist mir ein Rätsel. Nicht wir/ich haben diesen Kommentar bei dir hinterlassen, sondern offensichtlich ein/e Leser/in. Wir zeigen auf unserem Blog das was uns gefällt, und was uns nicht gefällt – das ist kein Diktat, sondern einfach unser Blick auf die Dinge. Dass das Leute manchmal ernster nehmen als es ist, zeigt ja deine Reaktion. Who cares, wie wir die Jacke finden? Leben und leben lassen, das machen wir auch nicht anders.
ich stimme dir zu: es gibt ständig neue bloggesichter und über die extrem unterschiedliche ausrichtung der blogs erübrigt sich die abgrenzung doch einfach von selbst.
trotzdem finde ich persönlich es schade, dass modeblogs zu selten den anspruch haben, formal oder inhaltlich was neues zu bringen- ich zumindest bin ein wenig modeblogmüde geworden.
manche (mode)blogs befassen sich, was erstaunen kann, tatsächlich öfter, lieber und mehr mit dem thema “modeblog” bzw. medialität als der mode an sich. ist zwar legitim, aber auch schnell langweilig. und hat auch was recht überhebliches.
da schließe ich mich mal der Meinung von Jessie an.
@Jessie
Es ging nicht nur um die re:publica. Da gab es noch ein paar andere Anlässe.
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@jessie: das war auch überhaupt nicht auf euch bezogen, sondern eine feststellung darüber, wie ernst leser die meinung mancher (fashion)blogger nehmen. und wie du schon richtig sagtest: who cares ob einem blogger die jacke gefällt oder nicht! es bleibt einem selbst überlassen was einem gefällt, eh klar.
by the way: man kann dadurch nur schön sehen, wie beeinflussbar menschen sind.