Bonzenautoproduzenten haben nun mal Geld.

Ich weiß noch immer nicht was Mercedes Benz geritten hat zu glauben sie hätten – nur weil sie sich die Titelrechte der Berlin und New York Fashion Week gekauft haben – etwas mit Mode zu tun. Vor über einem Monat erhielt ich eine Einladung in die Werkstatt/Museum/Fabrik von Mercedes. Ehrlich: Ich mag Autos. Ich liebe sie. Aber was soll ich hier in diesem Blog darüber schreiben? Es ist schon äußerst weltfremd über Klamotten zu schreiben und zu berichten, die wir uns nie leisten werden können, aber Bonzenautos? Wo sind wir denn hingekommen?

Advertorials in Hochglanzmagazinen, die jeglicher Kreativität entbehren, aber vor MONEY nur so strotzen. Milla Jovovich, Phillip Treacy, Miles Aldrige… jeder braucht Geld, es ist ihnen ja nicht zu verübeln.

Und dann noch diese PR-Texte, die sich auf den künstlerischen Wert stützen wollen:

“Im Motiv für das Mercedes-Benz Mode-Engagement verbindet Miles Aldridge das
E-Klasse Cabriolet perfekt mit seiner Vorliebe für hermetisch versiegelte
Oberflächen.”

Hermetisch versiegelte Oberflächen? Da denke ich immer an diese grausig verkapselten Motorblöcke und Mechaniker, die nicht mehr unter die Motorhaube schauen, sondern ihren Laptop im Handschuhfach anstecken, um nach zehn Minuten raufrunter fahren des Bordcomputers festzustellen, dass der nur neu gebootet werden muss: “Dann fährt der wieder!”
Ich wünsche mir keine formvollendeten Designerdosen, sondern Autos die F.A.H.R.E.N. und die keinen Regenwischersensor haben, weil man ja zu blöd ist zu merken, dass es zu regnen angefangen hat und man bei 140 auf der Autobahn eine Gebrauchsanleitung lesen muss in der in 20 Schritten beschrieben ist, wie man diesen Regenwischersensor deprogrammiert. Ja, deprogrammiert. Ich will ein Auto! Keinen Computer! Keine Advertorials! Und das gilt nicht nur für Mercedes Benz, sondern für alle Automarken.

0 thoughts on “Bonzenautoproduzenten haben nun mal Geld.

  1. Ich kann den Gedankengang bzw. die Absicht dahinter durchaus verstehen. Die Hersteller (alle!) versuchen ihren Autos ein Image zu geben, ein Auto soll zum Lifestyle gehören. Das Problem ist nur, die meisten Jungen Leute (18 bis 35 sag ich jetzt Mal und auch einige Ältere) wollen blos ein Auto. Kein Lifestyleprodukt, wenige Extras. Das ist bei den Herstellern noch nicht wirklich angekommen, aber das wird schon.

  2. Ich glaube es reicht einfach wenn Du schreibst “Titelsponsor Mercedes Benz Fashion Week” – damit hast Du dem internet monitoring schon gedient :)
    Der PR-Text ist aber geil *gg*
    Ich finde aber so hart darf man zu den Marketing & PR Abteilungen von Großsponsoren nicht sein: Da muss jemand eben die nächsten 3 Jahre die Zahlungen die getätigt werden eben legitimieren und da wird eben so viel herausgeholt wie möglich. Dass der typische Neureiche “ich brauch ein Statussymbol um jemand zu sein” -Typ Mensch eben auf teure Autos, teure Mode, teure Uhren, teuer teuer teuer und vor allem klingende “must have”-Marken anspringt, wissen wir und genau der soll eben angepeilt werden & das tun sie ganz gut damit… und wenn mal nicht mit nem neuen Auto vorgefahren werden kann, dann eben mit nem Star in nem teuren Fummel auf dem Auto… mit dem Untertitel “sex sells” & “Das Auto müssen sie nur kaufen um sexy zu sein- die Frau dazu müssen sie womöglich überzeugen” *gg* :)

    btw… finde auch dass wir ruhig wieder zurück zu den Oldtimern gehen können- da muss man nix rebooten und die Schraube kann ich selbst fester ziehen ohne ne Rechnung zu bekommen :)

  3. Word! Und ich habe mich schon gefragt, was Fashionblogger im Mercedes Werk zu suchen haben. Wobei ich nicht glaube, dass sich Mercedes darüber überhaupt Gedanken gemacht hat. Schließlich waren einige Spartenblogger da. Ganz nach dem Motto: “Irgendjemand wird schon drüber schreiben” Auf jeden Fall sympathisch, dass du dich davon nicht blenden lässt.

  4. Ja. BMW hat es doch auch schon getan.
    Hermetisch versiegelt… schmeckt nach hermetisch abgeriegelt. “Schöne” Frauen auf “schnellen Autos” funktionierte doch auch schon bei Manta-Manta.

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