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by • 22/04/2012 • Fashion peopleComments (2)51

Markenbildung á la Carine Roitfeld

Ihr CV ist illust und ihr endgültiger Durchbruch kam, als BFF Tom Ford sie bei Gucci als Chefstylistin einsetzte. Was folgte: Die Models auf dem knöchelhohen Fellteppich-Catwalk hatten 2002 geglätteten Mittelscheitel, wie Madame Roitfeld, der katzengleiche Gothic-Look war eins zu eins kopiert. (Und der Kimono-Gürtel aus dieser Herbst/Winter-Kollektion verfolgt uns auf billigen Abendkleidern bis heute.) Stilsicherheit – bestimmt. Aber eine Selbstkopie auf den Laufsteg zu schicken, ist schon etwas selbstverliebt. Diese Selbstverliebtheit kam bei der Französin aber nie zu penetrant an die Öffentlichkeit. Ihr persönlicher Stil, vereint mit ihrer unglaublichen Physis, und ihrem glaubhaften Bekenntnis ihr Gesicht ohne Botox altern zu lassen, waren stets Marke. Nach ihrem Ausstieg bei Vogue Paris, rätselte man über den nächsten Schritt. Ausser einem großformatigen Buch, das einem intellektuellem Tagebuch gleicht und Fashion-Freunde mit Stammbucheintragungen verziert haben, kam nichts. Ein paar Signierstunden bei Colette, ein Shooting hier, ein Shooting da. Das war’s aber anscheinend nicht. Carine Roitfeld dürfte schon während ihrer Zeit als Chefredakteurin auf den Geschmack gekommen sein. Damals arbeitete sie parallel als exzellent bezahlter Consultant für Modehäuser wie Balmain. “Zwischen 10.000 Euro pro Stunde bis zu 50.000 Euro pro Tag bekommt eine Redakteurin”, informierte Modepilot zur Entlohnung. Im Gegensatz zu stark sinkenden Verlagsbezahlungen kann man den Redakteurs-Job dann nurmehr als Einstieg in eine Liga der Modewelt werten, wo wirklich die Kohle in Strömen fließt.

Dass die Modebranche ein hart verdientes Gewerbe ist, ist allgemein bekannt. Doch was die Modebranche umsetzt, ist nur Zuckerstreusel  für die Beauty-Welt. Verdienen sich Marken seit den Achtziger Jahren mit ihrem Namen doch nicht nur ein nettes Zubrot mit Lippenstift & Co, sondern erwirtschaften mittlerweile einen beachtlichen Anteil auf dem Beauty-Sektor. Die Modewelt glamourisiert, das Beauty-Sortiment holt den Cash – schließlich ist ein Parfüm leichter zu verkaufen, als ein Blazer um mehrere tausend Euro. Keine Neuigkeit. Doch Carine Roitfeld hat dieser Gedanke wohl ganz schön angetörnt. Die Reichweite ihres Namens versickern lassen? Mitnichten! Seit gestern ist wohl besiegelt, dass sie wohl nurmehr zu Promotionzwecken in einer Redaktion auftauchen wird – MAC holte Roitfeld an Board – und ja, sie bekommt eine eigene Kollektion. Damit ist klar: was eine Victoria Beckham kann, wird eine Roitfeld sicher auch schaffen.

foto/credit: MAC

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2 Responses to Markenbildung á la Carine Roitfeld

  1. […] und Heavenly Creatures. Außerdem kommen neue Lacke ins Standardsortiment. Eine Kooperation mit Carine Roitfield, der ehemaligen Chefredakteurin der französischen Vogue, scheint sich […]

  2. […] Damit scheint sich die Vogue einmal mehr als Sprungbrett für Ich-AGs zu entwickeln. Letzte Woche wurde verkündet, dass Carine Roitfeld ebenfalls im Herbst eine Linie mit Kosmetik-Gigant MAC auf den Markt bringt. […]

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