Die Mädchen.

Sie hat keinen Namen, sie ist immer freundlich, sie hat des Kunden Wunsch in sich aufzusaugen und immer zu lächeln, egal wie scheiße es gerade ist, egal wie kalt es ist, ob sie sich eine Lungenentzündung holt, oder die Haare abgeschnitten werden. Reden wir von Prostituierten? Nein, von “Models”*. Dieses Bild vermittelt Heidi Klum & Co erfolgreich und drischt auf “widerwilligen” Geschöpfen herum. “Zu männlich” war ihr eine gewisse Larissa, die Austria’s Next Topmodel gewann und in der deutschen Version quereinstieg. Vielleicht gilt “männlich” im streng-durchgegenderten Weltbild einer Heidi Klum als schlecht, weil eloquent. Vielleicht.
“Sei mal sexy! Verführe mich!”, brüllen die Fotografen einer Minderjährigen zu, die so aussieht, als hätte sie vor wenigen Monaten erst ihre Puppe in die Ecke gelegt.

Interessant, wo die Gesellschaft wegschaut, wenn man eine Kamera darauf richtet und sich die Vorgänge dadurch legitimieren, weil keiner etwas sagt. Schlußendlich bilden sich dann sehr junge Geschöpfe ein auf dieser Welt nichts zu gelten, wenn nicht ein “schönes Foto” am Ende des Tages präsentiert wird und sie nicht in einer streng hierarchischen Bück-dich-Pyramide nach willkürlichen Kriterien gemessen werden – immer schön mit der Kamera im Gesicht. Die fehlte eigentlich noch in den katholischen Erziehungsanstalten von anno dazumal…

*Die Klammer gilt aus Gründen, die sich von selbst erklären.

Das könnte dich auch interessieren...

5 thoughts on “Die Mädchen.

  1. Du hast nichts ausgelassen. Wäre der Inhalt bzw. die Aussage nicht so dramatisch, könnte man es perfekt nennen, you nailed it.

Click on a tab to select how you'd like to leave your comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>