IMG möchte Blogger auf ihren Fashion Weeks reduzieren

blair

In meinen Vorbereitungen zu einer Prüfung, die in riesengroßen Schritten auf mich zukommt, steht im akademisch prokrastinativen Programm hin und wieder einen Blick auf Facebook zu werfen. Und so war es auch diesmal. Bei Horstson vorbeigeschaut und schon war die Headline da, die mich gefangen hielt und gleichzeitig zum Schmunzeln bringt: Blogger sind in Zukunft auf Fashion Weeks nicht mehr so erwünscht (StyleCaster).

Ich kann es verstehen.

In einem Interview mit dem Wall Street Journal beklagte Catherine Benett, Senior Vice President von IMG, die für alle lizenzierten Fashion Weeks mit dem Mercedesstern und sonstigen “Fashion Days” verantwortlich sind, dass sie die Schnauze (salopp formuliert) einfach von diesem “Zirkus” voll hat. Und angesichts der Tonnen von Streetstyle Fotografen, die sich jedes Mal in Massen türmen und eigentlich nur den neuesten Fummel von Russo oder Duma ablichten wollen, fällt schön langsam der Grund, warum es eine Fashion Week überhaupt gibt unter den Tisch.

Wer will schon wirklich eine Show sehen? Geht es um eine Einladung oder um die Mode, die dort gezeigt wird?

Seien wir uns doch mal ehrlich: Die Demokratisierung der Mode geht nur bis zu einem gewissen Grad, dann verliert sie ihren Reiz. Es ist wie die goldene Statue, die man angreifen darf und die damit automatisch abblättert. Es geht schon lange um Aftershow Parties, um Taxifahrten mit dem wie-heißt-der-nochmal-Fotografen, um die Selbstbefriedigung des Egos, das sich bei Chanel abfotografieren lässt und dann keine Zeile darüber schreibt – ich schaue in deine Richtung Bryanboy. Das war auch früher so, allerdings scheint in den letzten Saisonen die Präsentation diverser Designer, egal wie groß sie sind, klar in den Hintergrund zu rücken und das ganze zu einem Selfie-Event zu verkommen, das mit dem Instagram Posting in der ersten Reihe beschäftigt ist, während die Show vorüberzieht.

Dass das ganze kein Zirkus sondern ein Milliardengeschäft ist, wird da leicht verdeckt und von unbedarften Laien nicht mal im Ansatz gedacht. Eine Reduzierung der Bloggeraufmerksamkeit ist vielleicht gar nicht so kontraproduktiv und in Zukunft wird man wieder ein bisschen Credibility aufbauen müssen, bevor man mit einem Seating bedacht wird. Das hübsche Abfotografieren von Goodie Bags ist schließlich keine sonderliche Qualifikation. Selbst wenn der Blogger ein paar hunderttausend Leser hat, geht es noch immer um eine Kollektion, die verkauft werden muss.

 

9 thoughts on “IMG möchte Blogger auf ihren Fashion Weeks reduzieren

  1. Ich denke man sollte hier nicht alle “Blogger” in einen Topf werfen…es stehen immer noch individuelle Persönlichkeiten hinter diesen Blogs. Leider wird das oft außer Acht gelassen was ich ziemlich schade finde, denn am Ende des Tages sind wir alle nur Menschen die einfach nach Erfolg und Anerkennung streben (was uns allen auch zusteht).

    Trotzdem respektiere ich deine Meinung zu diesem Thema.

    lg
    Nesli

    • Das habe ich auch gemeint mit “in Zukunft wird man wieder ein bisschen Credibility aufbauen müssen, bevor man mit einem Seating bedacht wird.”

  2. Pingback: Cherry Picks #40 | amazed

  3. Pingback: Let’s go to the (Fashion) Zoo « Mangoblüte | Life & Style Blog

  4. du hast recht, diese immergleichen fotos von goodie bags sind total langweilig. und die verwackelten bilder aus welcher reihe auch immer auch. hab ich bei mango schon kommentiert :) alles liebe, lisa

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