Angesichts dramatischer Wirtschaftsdaten und anderer unerfreulicher Aussichten scheint die Modewelt wieder Thermometer für gesellschaftliche Wünsche und Träume zu sein. Die Tendenz sich in Pastell zu hüllen und das Lilienporzellan von Oma abzubetteln, spricht für sich.
Doch diese Saison erinnert ein wenig an den Plot des Films “Pleasantville” mit Tobey Maguire und Reese Witherspoon. Darin wird die heile Schwarz/Weiß-Welt während des Films zu Farbe. Metaphorisch beginnen auch die Charaktere und die Umgebung nach und nach Farbe zu bekennen, je stärker sie ihren wahren Gefühlen nachgehen und die biedere Fassade ablegen. Das geschieht in der neuen Spring/Summer 2012 bei Prada mittels plastisch gewordenen Tankdeckelbemalungen oder applizierten “Rücklichtern”. Die Clutches bekommen Motorgrill und Rosentattoos. Im Spannungsfeld dazu steht natürlich die zweite Handschrift: Pliseefalte und Pastellfarben mit stark geometrischen Henkeltaschen.
Auch Kosmetikriese Estée Lauder hat sich dem wunderschönen Retro-Packaging angenommen. Die Sonderedition, die anlässlich der 5. Staffel von MadMen Ende März herauskommen wird, gibt es wahrscheinlich leider nur auf dem US-Markt. Wer (wie ich) Verpackungs-Junkie ist, kann sich mit Paul & Joe trösten, die die “Rille” aus den 50ern seit Jahren in ihrem Signature-Look haben.
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