Es ist schon etwas bizarr, wenn man sich durch die Blogsphäre klickt und das Gefühl hat, dass es hier bei manchen hochbeklickten Blogs wohl kaum mehr um den Transport von Mode-Innovationen (Gott bewahre, wie naiv von mir) oder Inspirationssammlungen, denn um die Zurschaustellung von glubschäugigen Bloggerinnen mit wallendem Engelshaar geht.
Wie Francesco Vezzoli zu Bryanboy meinte, der dies ganz genau in seinem “Ich denke mal nach”-Blogeintrag (siehe Blica) niederschrieb, ist es eine Kunst an sich eine Medienperson zu kreieren und dies über (s)einen Blog bekannt zu machen.
Das intuitive Spiel mit gegebenen Medienparametern – allen voran “Sex sells” – wird aber heute bereits von einigen beherrscht, als hätte man einen Stab an Hollywood-Publizisten und -Agenten hinter sich. Mitnichten. Oder jedenfalls noch nicht. Ob es die erste Generation der Digital Natives ist, die eine Vorhut zu dem bilden was da alleine noch in der Fashionblogsphäre kommen mag, ist sicher eine Frage, die sich schon beantwortet hat: JA.
Jetzt fragt sich der werte Leser/die werte Leserin sicher, worauf ich denn bitteschön hinaus will, schließlich sind das alles schon bekannte Dinge, manche Bloggerinnen würden eben so ihre Klickzahlen verdienen. Doch nein, da gibt es mittlerweile welche, die den Sprung zwischen Blogelfe und gekonntem Kalkül an einer Portion Sex sehr gut spielen können. Allen voran…
Die Newcomer. Aber die nicht die kleinen Schönwetter-BloggerInnen, die einmal pro Woche sich entschuldigen, dass sie nicht öfter schreiben, sondern wahre Medienpersönlichkeiten, die wissen wie man Wallemähne, Körper und Glubschäuglein einsetzt und damit sehr wahrscheinlich mehr die kleinen Brüder hinter dem Ofen hervor holt, als Dazed-Leser.
Meine Top 3? Here we go!

Kenza. Die neue R’n'B Hoffnung aus Schweden. Oder so. Nein, nein. Die junge Dame präsentiert sich gerne total natürlich mit morgendlichen Kaffeetässchen vor ihrer Webcam und lässt uns so an ihrem schmucken Leben teilhaben, dass sich mittlerweile auf das schwedische TV ausbreitet. Damit man in diesen “intim und ungeschminkten” Momente nicht vergisst, wie geil hübsch sie doch eigentlich ist, teilt sie per überdimensionalem Headerfoto mit. BAM! In your face! Photoshop lässt grüßen.

Eine Badewanne voller Salat musste es sein. War es vor einem Jahr noch eine Barbie, die Italiens neuer Blog-Stern Chiara Feragni in ihrem Header von The Blonde Salad platzierte, ist es jetzt… sie selber. Wie niedlich. Was da unter dem geschnipselten Eisbergsalat sich tummelt, kann man nur annehmen. Enttäuschend ist jedenfalls, dass kein Modell ihrer eigenen Schuhlinie bei ‘Luisa Via Roma’ am hübsch lackierten Füßchen glänzt. Minuspunkt in der Selbstvermarktungsmaschinerie! Einen Pluspunkt aber für die PR-Agentur an die man jetzt die ‘Collaboration-Inquiries’ schicken kann.

Warum ich Isabella Löwengrip von Blondinbella™ hier reingenommen habe? Nummer 1: Sie sieht aus als würde nach ihrer Wahl zur Miss Texas als Gouverneurin eines Staates im nordamerikanischen Süden für die republikanische Partei kandidieren, also wirklich superseriössexy und Nummer 2: Hey, dieses ™ hat schon wirklich was an Selbstvermarktungsgrip, der sich gewaschen hat. Schließlich war Barbarella™ schon weg und da muss man innovativ werden. What an “eye candy”!
Ich warte nur darauf, dass Mr Hefner das erste Fashionblogger-Casting für eine Spezial-Playboy-Ausgabe ansetzt…
foto/credit: screenshots of each blog