Angesichts der Scheuchs und Dörflers in diesem Land sind “talentierte Politiker” eine sehr rare Gattung. Da erinnert man sich ja noch mit Wehmut an einen Vranitzky zurück. Und deswegen neide ich den Amerikanern auch Obama. Sicher – wenn man dort lebt – sind die politischen Entscheidungen, die er trägt nur aus der Ferne so makellos positiv zu beurteilen, doch vom politischen Talent eines solchen, gibt es am europäischen Kontinent gerade nicht wirklich vergleichbares (in hohen Ämtern).
Doch egal wie sehr man Obama-Fan ist, dieser Subtext auf der April-Ausgabe der Vogue tut schon weh, so stupid und schleimerisch, dass es Anna Wintour mittlerweile auf der Stirn geschrieben steht, wie sehr sie einen Job im Weißen Haus (letztens war sie ja sogar als Botschafterin im Gespräch) möchte.
Ohne jetzt das Innere der Vogue gelesen zu haben: Da rüttelt jemand gewaltig an den Toren der Politik. Vielleicht doch die späte Berufung? Wintour stammt schließlich aus einer Familie, die mit Mode so gar nichts am Hut hat und sich dem politischen Journalismus widmete – ihr Vater war Redakteur für den London Evening Standard.
Weitere Indizen, die dafür sprechen? Vom Hörensagen soll sie der Gattin des letzten Gegenkandidaten Obamas (Ann Romney) die Klamotten vor der Nase weggeschnappt und ihr die Designer abspenstig gemacht haben. Mit einer Wintour ist nicht zu spaßen. Da fliegen schon mal die Hackeln tief.











