Sabrina Dehoff vs. Topshop

 photo sabrina-dehoff-topshop-2_zpsb8d9162d.jpg

Es ist nicht gerade etwas außergewöhnliches, was Sabrina Dehoff und ihrem gleichnamigen Schmucklabel passiert ist, aber doch sehr ärgerlich und enttäuschend für den einzelnen. Große Warenketten, die kleine, eher einem Insider-Kreis bekannten Label die Ideen abspenstig machen. So schreib Sabrina Dehoff heute auf ihrer Facebook-Seite:

“Look what we found on Topshop Instagram today:
a Copy of our Hollywodish Holiday collection with the exact same stones and our colors gradients.

Sometimes it is really frustrating to see how unashamed and undecent the Highstreet copies the work of small labels. Not that they hardly pay people to produce this, they think they can just shop ideas without paying for it either. But in the end everybody thinks they are cool because due to this politics they earn so much money that they have the money to pay for huge marketing campaigns and pay Kate
Moss and whatsoever!!!

We commented it on the Topshop instagram site and it just took a few seconds and it was deleted!

What do you think?”

 

Leider nichts neues. Wir können uns noch alle ganz gut an einem Fall erinnern, als sich die Bloggerin von Le Blog de Betty auf einem TRF Zara T-Shirt wiederfand. Ihr Foto war eins zu eins abgezeichnet worden. Auch Rihanna ist derzeit bei Topshop auf Shirts präsent und bekommt dafür keinen Cent bezahlt. Sie wird demnächst einen teuren Gerichtsprozess anstreben.

Zurück zu Sabrina Dehoff. Macht euch selbst ein Bild. Das Signature-Design der Hollywoodish-Collection ist mehr als deutlich vorhanden. Doch ist es kopiert oder Ausdruck eines Zeitgeists, den man – große, schwere Ketten, übergroße Rhinestones – derzeit bei vielen Schmuckdesignern finden kann?

 

 

 

 

 

 photo sabrina-dehoff-topshop_zpse021b43b.jpg
Schmuck von Sabrina Dehoff

Nicolas Ghesquiere über seinen Abgang bei Balenciaga

Nach lesen des Interviews, das Nicolas Ghesquiere exklusiv dem Magazin “System” gegeben hat, scheint es von Anfang an nur eine Frage der Zeit gewesen zu sein, bis er sich von seinem Haus, das er jahrelang aufgebaut hatte, trennte. Das vorab bei Business of Fashion erschienene Interview strotzt nur so vor Zitaten, die auf einen horriblen Arbeitsalltag deuten lassen. Bemerkenswert ist vor allem eines: Selten äußert sich ein so hohes Tier der Modebranche so offen.

It was all the time, but especially over the last two or three years it became one frustration after another. It was really that lack of culture which bothered me in the end. The strongest pieces that we made for the catwalk got ignored by the business people.

I was switching between the designs for the catwalk and the merchandisable pieces – I became Mr Merchandiser.

Das ganze Interview gibt es hier.

 

“All that glitters is gold” – Philip Treacy bei Swarovski

 photo Kuben_by-Philip-Treacy_001_zps5b4c1439.jpg

 photo P1010078_zps6d0b8074.jpg

Philip Treacy. Alleine bei diesem Namen fallen mir sehr viele Attribute ein, die man dem König der zeitgenössischen Hutmacher verpassen könnte. Von der legendären Isabella “Izzy” Blow entdeckt, begann er 1985 sein Studium am National College of Art & Design in Dublin, später zog er ans Royal College of Art nach London, um als erster Modisterei zu studieren. Und was für ein Treffer dieser “No. 1″ gleich werden sollte! 28 Jahre später liegt eine beachtliche Karriere mit Aufträgen von Versace, Karl Lagerfeld, Alexander McQueen, Armani oder Gareth Pugh hinter ihm. Stets dabei die Kristalle von Swarovski, die er als “icing on the cake” bezeichnet. Naheliegend, dass Treacy die Liaison vertieft. So stattet er ab sofort die Kuben des Swarovski Flagshipstores auf der Wiener Kärntner Straße in der Ausstellung “All that glitters is gold” aus, die sich aber nicht nur aus Darstellungen seiner bisherigen Arbeiten ab sofort gekrönt sind, sondern auch Werke, die von den Habsburgern inspiriert sind. read on

Aus der Versenkung wieder aufgetaucht: Iris Strubegger für Louis Vuitton

 photo LV_adcampaign_chiconthebridge_Shanghai_zpsf14e59b7.jpg

Man hat sich schon gefragt, wo “Model of the Year” (Vienna Awards 2010) Iris Strubegger hinverschwunden ist. War sie einst von Karl Lagerfeld hochgejubeltes Model und für zwei Saisonen auf sprichwörtlich allen Laufstegen unterwegs, ist es in den letzten beiden Jahren gar arg still um die Salzburgerin geworden.

Das hat jetzt Louis Vuitton geändert. Für die “Alma Bag” wurde Strubegger zu Topmodel-Kollegin Karlie Kloss und Daria Strokous, sowie Jac Jagaciak gecastet. Zwar spielt Strubegger weniger die Hauptrolle in den Sujets, doch dabei ist dabei! Fotografiert wurde von Steven Klein auf der Pont du Carrousel in Paris, der Brooklyn Bridge in New York und der Waibaidu Brücke in Shanghai. Die „Alma“ wurde 1934 von Gaston-Louis Vuitton kreiert, der Name ist eine Hommage an den Place de l’Alma am Ende der “Avenue Montaigne”.

 photo LV_adcampaign_chiconthebridge_Paris_zps6ca5e75f.jpg

Wie das New York Magazine berichtet, muss man sich an diese statischenKampagnen auch in Zukunft gewöhnen, denn Louis Vuitton hat gerade über WWD verlautbaren lassen, dass die berühmten Celebrity-Kampagnen mit Angelina Jolie, Bono Vox oder Sofia Coppola in Zukunft eingestellt werden. Vielleicht will man es sich auch einfach nicht mehr leisten…

Die Gaga-Show ist vorbei: Nicola Formichetti verlässt MUGLER

 photo mugler_zpsf0791a60.jpg

Wie Fashionista.com heute berichtet, verlässt Creative Director Nicola Formichetti das gerade eben erst auferstandene Modehaus MUGLER, das er mit tatkräftiger Unterstützung seiner Styling-Klientin Lady Gaga wieder ins Rampenlicht gepusht hat. Während Gründer Thierry Mugler vor allem in den 80ern und 90ern mit seiner Couture Meilensteine setzte – hier könnt ihr eine der fulminanten Shows (Kollektion ‘Insect’) in voller 46(!) minütiger Länge sehen, wer genau hinsieht, entdeckt auch Mugler’s Muse Joey Arias in der Front Row -  ist es in den letzten Jahren sehr ruhig um die Marke geworden. Dann die Reinkarnation als … tja, das wusste man bis jetzt nicht so ganz was es sein soll. Zuletzt war Lady Gaga als Provokateurin unterwegs, rappte während der letzten Show eine Hass-Hymne auf New York Times Kritikerin Cathy Horyn vom Band und lenkte damit erfolgreich vom eigentlichen Geschehen am Laufsteg und von der Kollektion ab. Trotzdem hatte man stets das Gefühl es handle sich mehr um Inszenierung und Styling, als um den Aufbau einer Kollektion. Wie lange ein Modehaus bestehen kann, das nicht mit besonderen Stücken beeindrucken kann, ist eine andere Geschichte. Formichetti ist ein fabelhafter Stylist, aber kein Designer. Und darin besteht auch der Unterschied, den die Geschäftsführung von MUGLER beherzigen sollte, wenn sie einen neuen Creative Director bestimmt.

Was Thierry Mugler, der sich in den letzten Jahren in einen Muskelberg namens “Manfred” verwandelt hat, überbleibt sind wohl die Lizenzverträge für seine Parfum-Legenden wie “Angel”, die der Modeindustrie immer das zeigen wofür sie eigentlich gut ist: Fashion creates the image, beauty makes the money.

Edit: 4. April 2013

Wie der Telegraph berichtet, wird Nicola Formichetti in Zukunft für den “Total View” von Diesel zuständig sein. Mehr dazu hier.

Lookbook-Shooting mit Julia Spicker – [ep_anoui] by Eva Poleschinski “Le papillon retenu”

 photo DSC_0659_zps9abddf7d.jpg

 photo DSC_0657_zpsa42fbf14.jpg

Eine Pre-Fall Couture Kollektion zu machen, die auf der Verarbeitung einer Reise in den Oman basiert, hat Eva Poleschinski in den letzten vier Monaten beschäftigt. Denn nicht nur der hohe Arbeitsaufwand, sondern auch die Entwicklung von Schmuck und Schuhen war ein besonderer. Denn dafür wurden defragmentierte Textilien verglast! Als Kulisse für das Lookbook wurde das ShanghaiTan gewählt.

read on

Wildfox Couture mit “Clueless”-Lookbook

Photobucket

Lange bevor die reichen Hühner Gossip Girls der Park Avenue ihren Weg auf den Bildschirm fanden, macht Cher Horowitz Alicia Silverstone über Nacht zum Hollywood-Star. (Heute schreibt sie Bücher über ihren veganen Lifestyle.) Und in diese Zeit als Autos mit automatischen Fensterhebern und Handies unter 3 Kilogramm zu absoluten Statussymbolen gehörten, hat Wildfox Couture sein nächstes Lookbook transferiert. Mal abseits davon wünschte ich mehr Drehbücher würden mit Zeilen wie “Ich möchte etwas für die Menschheit tun!” – “Wie wäre es mit Sterilisation?” oder “Was ist das?” – “Ein Kleid!” – “Wer sagt das?” – “Calvin Klein!” oder “Wie findest du sie?” – “Naja, sie ist ein ziemlicher Monet. Von der Ferne okay, je näher du hingehst desto verwirrender wird es”, gespickt sein. read on

Givenchy stellt Haute Couture Linie ein

Photobucket
Fall/Winter 2012 – Das ist die letzte Couture-Kollektion von Givenchy

Wie Horstson  heute und einige andere Medien in den letzten Tagen berichtet haben, stellt Givenchy seine herausragende Haute Couture Linie ein. Die Kreationen von Riccardo Tisci, die vor allem in den vergangenen Saisonen den Namen des Hauses am Leben erhalten haben, werden unter diesem Namen höchstwahrscheinlich nicht mehr das Licht der Welt erblicken. Unglaublich schade, sofern stets die Rationalisierung von Haute Couture einen hohen Verlust an Handwerk bedeutet, deren Erbe so nicht mehr weitergegeben kann. Wieder ein Kniefall vor der Massenmode der Ready-To-Wear, die natürlich davon gekennzeichnet ist, dass die Marken Konzernen gehören, die auf Gewinne pochen. Wie auch immer. Das einzige, das man noch kann, ist in Erinnerungen schwelgen, wie eine Cate Blanchett am Oscar-Teppich in Spring/Summer 2011 oder als ich 2008 das erste Mal nach Paris reiste und zu einer ehrfürchtigen Salzsäule in der 3 Avenue George V vor dem Schaufenster Givenchy’s erstarrte. Ich werde diesen Wow-Moment vermissen und ich werde es vermisse, wie simpel und respektvoll den Werken im Lookbook Beachtung geschenkt wurde indem man sie stets von vorne und hinten fotografierte.

Nach dem Klick die schönsten Kollektionen der letzten Saisonen und einige Videos in denen Tisci erklärt, wie man in einem Kleid 300 Meter Tüll verarbeitet… read on

Chanel Pre-Fall 2013/2014 im schottischen Edinburgh

Karl Lagerfeld begeistert mich selten mit seinen Kollektionen für Chanel, doch wenn er seine Metiers d’Art (wie letztens die Paris-Bombay Kollektion) auspackt, wird es interessant. So auch Anfang Dezember in Edinburgh, als er Queen Mary als Inspirationsquelle nahm. Korsage und Schnallen, die normalerweise in Unterhemden eingearbeitet sind, werden eine Schicht nach oben geholt und zu Kleidern verarbeitet, die obligatorischen Schleifenblusen mit Masche und Brosche, sowie Karos Karos und nochmal Karos wanderten durch Linlithgow Palace, dem Geburstort Queen Mary’s. Besonders die Couture-Roben zu Ende der Show wunderschön auch wenn sie manchmal die Grenze zur Kostümbildnerei ein bisschen zu stark queren und in der Reproduktion historischer Gewänder landen. Übrigens kommen die Kontakte von Chanel mit Schottland nicht von ungefähr: Im August rettete das Chanel Management die Strickmanufaktur Barrie, die viele Twinsets für das Haus fertigt (Quelle: Telegraph).

Bei 1:44 könnt ihr Gerhard Freidl von Wiener Models sehen. Er wurde von Karl Lagerfeld auch für das Lookbook fotografiert (zu sehen am Blog von Wiener Models). Natürlich darf die neue britische Vorzeige-Augenbraue Cara Delevingne auch nicht fehlen, die in die aristokratisch anmutende Kollektion nur allzu gut passte.

Das Behind the Scenes nach dem Klick read on

Pages:1234567...46»