Henry Holland x Le Specs

Der Trend um die John-Lennon-Brille findet ihren neuen Höhepunkt in Form der neuen Kollaboration zwischen Henry Holland (macht der noch was anderes ausser Gastdesignerschaften?) und dem Brillenhersteller Le Specs mit dem ansehnlichen “monobrow” Modell. Zu meinem runden Gesicht werden noch rundere Formen nie passen, deswegen lasse ich den Trend komplett aus und sehe ihn mir gerne an.

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Video: Mark and Julia – “BOUND” S/S 12

Wer gestern die Gelegenheit verpasste die neue Spring/Summer Kollektion “BOUND” von Mark and Julia im Wiener Generali Center zu sehen, der kann es jetzt per Video nachholen. Bereits in Berlin haben Mark Baigent und Julia Rupertsberger bei der SHOW 0711 präsentiert – Fotos dazu gibt es auch hier zu sehen.

Enjoy fashion in every detail!

Couture ist ein Genuss im Detail. Deswegen ist es auch unumgänglich ständig den Pause-Knopf in diesem Video anzuklicken, um die Kreationen von Ricardo Tisci für Givenchy anzusehen.
Welche Bedenken er hatte Plastik-Zipper in ein fragiles Meisterwerk zu setzen und mit alten Techniken zu kombinieren, erzählte er Tim Blanks. “With Prêt-à-porter you’re buying the style of the season, couture should stay in your wardrobe forever”, meint Tisci und angesichts der skulpturalen Werke, müsste man schon eine Museumsvitrine in seiner Garderobe aufbauen, um diesen Kleidern den würdigen Rahmen zu bieten.

Halston: Marios Schwab geht

Das von Film-Mogul Harvey Weinstein relaunchte 70s-Label Halston kommt nicht aus der Bredouille.

Wie The Cut berichtet, stieg Weinstein letzte Woche aus und Marios Schwab ist ebenfalls nicht mehr Chefdesigner. Die Couture-Linie wird überhaupt (vorerst) eingestellt. Die Investoren, zu denen Harvey Weinstein gehörte, wollen nach 4 Jahren nicht noch mehr Geld in das Unternehmen pumpen.

Übrig bleibt noch die RTW-Linie Halston Heritage von der sich allerdings Testimonial und “Creative-Director” Sarah Jessica Parker ebenfalls bereits im April verabschiedet hat. Und wie heute morgen bekannt wurde, ist auch Jimmy Choo-Chefin Tamara Mellon weg vom Fenster (siehe Vogue UK)

Wie geht es also mit Halston weiter?

Darauf hat The Cut auch gleich die “Lösung” parat: “If they are looking for a designer, John Galliano needs a job.”

foto/credit: style.com

Image-Building und die Crux des handgemachten Luxus.

Die Anfertigung eines Prototypen, der im Atelier ensteht ist eine Sache, die andere ist die Massenfertigung. Mit diesem Umstand wissend, vermitteln Luxus-Marken gerne ihren potentiellen Kunden sie würden etwas besonders hochwertiges kaufen, wie es der Preis wohl auch rechtfertigen würde. Nachdem in und nach der Wirtschaftskrise das Wort “value” (Wert) und “heritage” (Kulturerbe) in dermaßen inflationärer Form in jedem Statement einer Marke auftaucht, dass einem schwindlig wird, versucht man diesen beständigen “Wert” auch visuell an den Kunden zu bringen, schließlich will der ja mittlerweile mehr für sein Geld als scheinbares Prestige.
Wie es scheint, wird in dieser neuen Blase der Wertschaffung mit allen Mitteln die Produktion ins zart gefilterte Licht gerückt. Und dabei geht eben nichts über die gute, alte Handarbeit, welche die Qualität eines Produkts manifestieren soll.
Was bei Hermès bereits seit Jahren mit der Dokumentation des Herstellungsprozesses der Birkin Bag gut läuft, versuchen auch andere immer wieder, und treffen dabei oft nur den schalen Beigeschmack.

Bereits vor über einem Jahr geriet Louis Vuitton in die Kritik, als Werbesujets veröffentlicht wurden, die wohl der Realität (siehe Bloomsberg Businessweek) entbehren. In gesoftetem Licht Handwerker wie Heiligenstatuen abzubilden, war schließlich auch für die britische Werbebehörde zuviel, die den Konzern LVMH rügte, auch wenn er die Produkte in Frankreich produziert. Louis Vuitton zog daraufhin seine Werbung zurück.


Louis Vuitton

Ein wenig erinnert mich auch der dieser Tage veröffentlichte Clip von Chanel Eyewear daran. Karl Lagerfeld, der am Schreibtisch sitzt, die minutiöse Handarbeit mit der das Brillengestell angefertigt wird… Das ist schon alles ganz nett, wenn man an die Entwicklung denkt, aber wie sieht die Anfertigung des einen bestimmten Stückes aus, das der Kunde kauft? Ebenso gesoftet und gehübscht?

Hier muss man einen Schritt zurückgehen und sich den Lizenzmarkt der Modeindustrie ansehen. Und siehe da: Seit 1999 besitzt die Mailänder Firma Luxottica (ihr Besitzer ist der zweitreichste Mann Italiens!) die Lizenz für Chanel Eyewear. Mailand, Italien, ist ja alles toll. Aber wo wird produziert? Schon ein wenig schwieriger herauszufinden.
Schließlich wird man hier fündig:

Product design, engineering/development and manufacturing take place in six production facilities in Italy, two wholly-owned subsidiaries in the People’s Republic of China and a sports sunglasses plant in California. Luxottica also has a smaller plant in India, serving the local market.

Aus welcher Fabrik aber schließlich die Chanel-Brille kommt, die Lagerfeld im Film ersann, ist nicht herauszufinden. Der suggestive Eindruck des europäischen Kollektivvertrag-Verdieners als Arbeiter reicht. Oder würden es sich Firmen trauen in solchen Filmen asiatische Gesichter zu zeigen?

In eine ähnliche visuelle Kerbe schlägt auch Schuh-Designer Giuseppe Zanotti, allerdings blieb der mit seiner Produktion ausschließlich in Italien.

Dolce & Gabbana “inspired” by Chanel

“Moment!”, brüllte es in meinem Hirn. “Das kommt mir ja sehr bekannt vor!” Tatsächlich… Chanel verarbeitete 2008 in der Sommerkollektion einen Sternchen-Pyjama-Stoff zu Jumpsuits und Kleidchen, die wir haben wollten. Dann zog Miu Miu mit Schwalben und Kätzchen nach, die ausführlich bei diversen Massentextilhändlern in Copycat-Form zu finden waren und jetzt… macht Dolce & Gabbana ein paar größere Sternchen drauf und schmeißt es 2011 wieder auf den Markt. Da kann Jessie J vom UK Glamour Cover der August-Ausgabe noch so unschuldig runterlächeln, das Motiv wirkt mehr als totgelaufen und wie die Tischdecke einer schiefgegangenen Weihnachts-Deko.

Mark&Julia bei der SHOW 0711, Berlin

Mark&Julia haben in diesem Jahr einen fulminanten Fixstart hingelegt. Erst eine äußerst erfolgreiche Show auf die Beine gestellt, um ihre Winterkollektion zu präsentieren, gewannen sie vor wenigen Wochen auch noch den Etappensieg des EVOQUE Style Awards in München und sind im Finale. Um die großen Sprünge beizubehalten, hüpfte man sogleich weiter: nach Berlin. Auf der SHOW 0711 auf Einladung (!) präsentieren zu dürfen, nenne ich mal eine Leistung, die sich sehen lassen kann. Und die neue Kollektion “BOUND” sowieso…

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tom van der borght bei SHOW 0711, Berlin

Auf Tom van der Borght würde ich auf jeden Fall acht geben, denn er ist erst in seinem dritten Jahr als Modestudent an der Academy of Fine Arts of Sint-Niklaas und hatte bereits heuer das Glück, dass er als Finalist des “Triumph Inspiration Award” hervorging und sein eingereichter Look von Lily Cole getragen und Ellen Von Unwerth fotografiert wurde. “He creates an image of a super-human”, verrät seine Beschreibung hierzu, die man nur bestätigen kann.
“Transformama” nannte Tom van der Borght seine Kollektion, die vor Comic-Zeichnungen und irrwitzigen Manga-Andeutungen nur so sprüht. Jeder Look an sich eine Mixtur, die jenseits des Beschreibbaren liegt. Deswegen lasse ich hier am besten einfach nur die Bilder seiner Show sprechen…

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