“Warum dort und nicht hier?” oder “Eine österreichische Mentalitätsfrage”

Auf meinem Weg nach Hause von der London Fashion Week dachte ich im Flieger darüber nach, warum die Modeindustrie in Großbritannien und anderswo gut funktioniert und bei uns nicht. Natürlich gibt es für diese Frage viele Antworten und im Anschluss an diese noch mehr Fragen.

Da kann man sich natürlich dem soziologischen Aspekt nähern, dass Österreich – ich gehe jetzt einmal verstärkt von Wien aus – abseits von klein, sehr  konservativ ist. Diese Faktum will die tolle und ach so “offene” Weltstadt zwar nicht wahr haben, doch je mehr man sich durch die Weltgeschichte bewegt, desto krasser macht sich dieser Eindruck bei mir immer nach der Rückkehr breit.
Wien konserviert sich in einer Glaskugel mit Fiaker, Sachertorte und Opernball. read on

Talenthouse: Neues Logo für Anne Klein designen

Das in die Jahre gekommene amerikanische Label Anne Klein will einen Neustart machen und sucht über Talenthouse Kreative, die das Firmenlogo neu designen. Das “Wappentier” der Marke – ein Löwe – braucht ein Facelift. Dem Gewinner winken 4 500 Dollar. Mehr Infos gibt es hier.

Die Mädels, die übrigens von Kelly Cutrone – selbsternannt “furchteinflößende” Chefin der PR-Agentur People’s Revolution – ausgewählt wurden, hirschen gerade über die New York Fashion Week.

Tim Gunn gegen Fell in der Modeindustrie

Wie die Huffington Post berichtet, startet Project Runway-Opa Urgestein Tim Gunn eine Kampagne gegen Verwendung echten Fells in der Modeindustrie und möchte soviele Designer wie möglich davon überzeugen darauf zu verzichten. Es gäbe “Fake Fur” auf das man ausweichen könnte, wie er meint.
Dem kann ich nach eigener Erfahrung zustimmen. Mittlerweile gibt es einige Firmen, die sich auf die Erzeugung von unechten Fellen spezialisiert haben und dies mit einer Perfektion hinbekommen, dass man keinen Unterschied mehr erkennt. Weder in der Färbung, noch beim Angreifen. (Billige Kunstpelze erkennt man an dem klebrigen Gefühl, das sie auf der Haut hinterlassen.)
Zwar habe ich nichts dagegen, wenn Leute die Vintage-Pelze ihrer Oma tragen und finde es lächerlich, wenn sie deswegen angegriffen werden, doch ich glaube nicht, dass bei den vielen Alternativen, die sich uns bieten die Quälerei von Tieren notwendig ist. Hinweise auf Videos wo Tieren beim lebendigen Leib die Haut abgezogen wird, erspare ich euch hier.

pic via huffington post

Jump around.

In einem wilden Rappel nach der Sehnsucht wärmender Sonnenstrahl hat mich heute der Wahnsinn gepackt und ich kaufte kurzerhand bei H&M meinen ersten Jumpsuit des Jahres.
Und jetzt sitze ich am Sofa damit und warte bis ich damit rausgehen kann. Es handelt sich sicher nurmehr um wenige Tage…

Wien, du bist so schön!

Im Moment geht es mir gerade nicht so gut. Ich habe die Grippe eingefangen und die hat sich zu einem Zeitpunkt eingeschlichen, wo leider sehr viele Deadlines über mich hereinbrechen. Das heißt Zähne zusammenbeißen und durch!
Als ich heute auf dem Nachhauseweg vom The Fashion Lunch war (Bericht folgt, wenn ich mich besser fühle) habe ich für ein paar Minuten mein Fieber vergessen, als ich den Musikvereinssaal (aus dem übrigens, zur Info für alle Nicht-WienerInnen, das berühmte Neujahrskonzert gesendet wird) und die Karlskirche dahinter in wunderschöner Abendstimmung gesehen habe.

Man vergisst leider viel zu oft in einer der schönsten Städte Europas zu leben.

“Madame Dietrich kenne ich nicht.”

“Dunkle Möbel, schwere Vorhänge, eine Couch mit einer Plastikplane abgedeckt. Überall kostbare Möbel, die einen unbenutzten Eindruck machten. Bücherregale, deren Bretter sich durchbogen, überladen mit Büchern. An einer Wand des Wohnzimmers die Bilder ihrer Ruhmesgalerie. Marlene mit Hemingway, de Gaulle, Norman Mailer und allen anderen, die sie gekannt hatte.
Im Wohnzimmer stand ein Flügel, darunter lauter Kartons und Kisten mit Erinnerungsstücken, gestapelt, alle ordentlich beschriftet. Berge von Zeitungen und Briefen. Die Wohnung sah verlassen aus, als habe Marlene eine große Reise angetreten und vorher alles geordnet.”

- Letzte Tage einer Diva

Das Fundstück einer nächtlichen Recherche, die im Nirvana des Internets endete und mich auf den Artikel von Roland Mischke aus der Frankfurter Rundschau 2001 brachte. Gottfried Helnwein erzählte von Marlene Dietrich, die in ihren letzten Jahren von keinem Menschen mehr gesehen werden wollte. Der Besuch musste im Wohnzimmer bleiben, Konversationen wurden aus dem Schlafzimmer per Zimmermädchen geführt. Bizarr, aber nicht minder anziehend.

Die Farblithographie Helnweins (siehe oben) entstand für den Dokumentarfilm über sie von Maximilian Schell.



Lounge.FM auf UKW

Mein Autoradio hat kein WLAN. Keine sonderliche Überraschung. Aber leider kann man dann nicht Online-Radiosender empfangen, die über keine Frequenz verfügen. Der Sender Lounge.FM, der sympathischerweise ohne das lästige Dazwischengequatsche und Rumgegröhle diverser verkokster MorgenmoderatorInnen Chill Out sendet, macht damit Schluß und kann in Wien (das erste Bundesland neben Oberösterreich) auf 103.2 empfangen werden.

Das gesamte Programm ist unmoderiert und bietet neben den Updates aus dem MQ tagsüber Nachrichten zur vollen Stunde.

Bonzenautoproduzenten haben nun mal Geld.

Ich weiß noch immer nicht was Mercedes Benz geritten hat zu glauben sie hätten – nur weil sie sich die Titelrechte der Berlin und New York Fashion Week gekauft haben – etwas mit Mode zu tun. Vor über einem Monat erhielt ich eine Einladung in die Werkstatt/Museum/Fabrik von Mercedes. Ehrlich: Ich mag Autos. Ich liebe sie. Aber was soll ich hier in diesem Blog darüber schreiben? Es ist schon äußerst weltfremd über Klamotten zu schreiben und zu berichten, die wir uns nie leisten werden können, aber Bonzenautos? Wo sind wir denn hingekommen?

Advertorials in Hochglanzmagazinen, die jeglicher Kreativität entbehren, aber vor MONEY nur so strotzen. Milla Jovovich, Phillip Treacy, Miles Aldrige… jeder braucht Geld, es ist ihnen ja nicht zu verübeln.

Und dann noch diese PR-Texte, die sich auf den künstlerischen Wert stützen wollen:

“Im Motiv für das Mercedes-Benz Mode-Engagement verbindet Miles Aldridge das
E-Klasse Cabriolet perfekt mit seiner Vorliebe für hermetisch versiegelte
Oberflächen.”

Hermetisch versiegelte Oberflächen? Da denke ich immer an diese grausig verkapselten Motorblöcke und Mechaniker, die nicht mehr unter die Motorhaube schauen, sondern ihren Laptop im Handschuhfach anstecken, um nach zehn Minuten raufrunter fahren des Bordcomputers festzustellen, dass der nur neu gebootet werden muss: “Dann fährt der wieder!”
Ich wünsche mir keine formvollendeten Designerdosen, sondern Autos die F.A.H.R.E.N. und die keinen Regenwischersensor haben, weil man ja zu blöd ist zu merken, dass es zu regnen angefangen hat und man bei 140 auf der Autobahn eine Gebrauchsanleitung lesen muss in der in 20 Schritten beschrieben ist, wie man diesen Regenwischersensor deprogrammiert. Ja, deprogrammiert. Ich will ein Auto! Keinen Computer! Keine Advertorials! Und das gilt nicht nur für Mercedes Benz, sondern für alle Automarken.

Who are you?

Wie unterschiedlich PR-Arbeit in verschiedenen Ländern sein kann, zeigt H&M hierzulande deutlich. Während es in Deutschland für den schwedischen Konzern zum guten Ton gehört 2.0 Medien in den Showroom einzuladen, hat bei uns noch kein Blogger einen solch ominösen Ort, den es in Wien angeblich geben soll, betreten. Seit Monaten gibt es zwar von der Österreich-Vertretung einen Twitter-Account, doch über den Inhalt des ersten Updates hat es anscheinend noch keine Einigung gegeben. Nur der Hintergrund deutet auf aktuelle sommerliche Vorfreude hin.
Warum mich die Pressearbeit der Schweden kümmert? Reines Medien/Marketing Interesse und Beobachtung eines complete fails an Kommunikation eines Unternehmens von dem ich es nicht erwartet hätte.
Wahrscheinlich gibt es einfach von seiten H&M’s keinen Bedarf an weiterer Publizität. (;