Die Klamotten-Formel™: Wie viel zahlst du für ein Kleidungsstück/Accessoire/Schuhe wirklich?

Erst kürzlich, als ich wieder meine Habseligkeiten auf einen Flohmarkt schleppte und mir durch die vielen Taschen fast die Arme abrissen, verfluchte ich meinen Kleiderschrank, obwohl er unter die Marke “klein” fällt. Wenn ich ihn Menschen präsentiere, bekomme ich diesen ungläubigen Blick, als hätten sie mich beim Lügen erwischt und über ein Touch Screen Panel würde sich eine Tür in der Wand öffnen, die ein Carrie Bradshaw-likes begehbares  Reich mit invers beleuchteten Regalreihen preisgeben würde.

Tja. Es ist immer noch der kleine Kleiderschrank aus dem ich jeden Tag meine Klamotten ziehe und obwohl er so klein ist, bin ich mittlerweile stinksauer, denn die Vermutung, dass nur große Schränke auch viel unbrauchbares produzieren, stimmt nicht! Ich bin der lebende Beweis.

Die folgende Klamotten-Formel™ ändert zwar nichts an meinem Platzproblem, allerdings führt es mir in puncto Flohmarkt dann wieder sehr gut vor Augen wie viel ich eigentlich für was bezahlt habe. Wer sich den Preis seiner Klamotten merken kann, ist gut unterwegs, alle anderen legen ein kleines Zettelchen in den Kleiderschrank auf dem die Neuzugänge notiert werden. Und jetzt geht es an die Arbeit! Wer ein Fan von Statistiken ist, wird hier seine wahre Freude daran haben.

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Beispiel: Vor 5 Jahren habe ich mir einen Ledergürtel gekauft, der 24,90 Euro gekostet hat und den ich ca. 190 Tage im Jahr (mindestens) verwende. Macht 2 Cent pro Tragetag. In Zukunft wird es natürlich weniger werden.

Für mich eine ganze gute Methode, um zu erkennen, was ein echtes Investment Piece war und was ein Flop.

Trend: Marmor

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Kissen H&MSchachtel H&M — Ohrstecker Etsy — Print für die Wand Etsy — Schüssel Etsy

 

Vielleicht kam nach der allgemein losgebrochenen “Mondsüchtigkeit” die nächste Stufe – die Oberfläche des Erdtrabanten, der wie eine große marmorne Murmel seine Kreise über unseren Köpfen zieht in unsere Wohnzimmer zu holen. Dementsprechend gibt es jetzt schon einiges mit Haben-muss Faktor. Schüsseln, Schachteln und Kissen sind jetzt davon betroffen. Wer zu viele Schachteln zu hause hat, kann sie mit Dekorfolie aus dem Baumarkt überziehen. Auch hier hat Youtube schon einige Tutorials zu bieten.

Wien: Moiree vermietet Designermode

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Christoph Oberlechner, ehemaliger Marketingchef von Ute Ploier, überzeugt dieser Tage mit einem Business Modell, das sich sehen lassen kann: Rent your designer clothes, könnte man es kurz zusammenfassen – noch kürzer heißt es Moiree.net und beschränkt sich für den Wien-Touristen auf heimische Labels. Wer also schon mal in der Bundeshauptstadt ist, soll sich rundum in rot-weiß-rote kleiden. Die Designerklamottenmiete wird mit einigen Luxushotels, darunter dem neuen Park Hyatt am Hof, durchgeführt. Bei letzterem wurde auch das Image Video gedreht.

Kaufen kann man die Teile übrigens auch! Die Verleihpreise bewegen sich pro Stück zwischen 100 und 300 Euro und sind damit ca. 15% des Kaufpreises pro Tag. Geführt werden (natürlich) neben Ute Ploier, Femme Maison, Bradaric Ohmae, GON, FLorian Jewlery, Klaus Mühlbauer und Ajla Ayidan.

Fotos: Aslan Kudrnofsky

WANDA NYLON – Im Couture Look durch den Regen

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Gerade jetzt wo der Mai auf April macht, wären die Trenches (ist das die Mehrzahl von Trench?) perfekt für Pfützenhüpfen und lange Spaziergänge zur Straßenbahn oder durch die wolkenverhangenen Wiener Gassen. Leider spielt sich die Regenbekleidung im oberen Preissegment ab, weswegen ich bereits den Griff zu PVC-Plane und Isolier-Tape erwäge, um meinen Heißhunger auf die perfekte Transparenz-Couture zu stillen, die vom französischen Label WANDA NYLON entwickelt wurde.
Wer wünscht sich angesichts dieser Ausblicke nicht noch mehr Regen? Ich bin dabei! Und für die Pflanzen ist es sowieso besser. Hat schon die Oma gesagt.

Übrigens wurde Wanda Nylon gerade von der Vogue Italia und Steven Meisel zum “Look of the Moment” klassifiziert. Ein wunderschönes Video, das besser als das aktuelle Lookbook (Brrrr) ist, könnte ihr hier sehen. Warum dazu dieses abscheuliche “Happy Birthday” Lied geträllert wird, weiß ich auch nicht.

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H&M, Zara, Mango – “Wir machen jetzt auf Premium.”

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Es wirkt ein bisschen so als würde man bei Hofer Aldi die Deluxe Marke kaufen oder sich ganz toll fühlen, weil man jetzt Rewe Produkte am Hohen Markt in der Innenstadt um das Doppelte als zu hause um die Ecke kauft.
Die Rede ist von den Premium Linien der Textilketten H&M, Zara und Mango. Während die Schweden mit ihrer Conscious Collection schon vor drei Jahren in der Modebranche die Diskussion entfachten, ob sie Couture (was auch immer das in diesem Zusammenhang heißen hätte sollen) werden wollen, hat sich Zara mit seinem STUDIO ebenfalls versucht abzuheben. Es wurde ein Abheben. Zara STUDIO hat sehr oft den Look als wäre eine Céline Kollektion auf LSD bei der Tür hereinspaziert und hätte sich mit einem Stoffmarkt aus dem ehemaligen Ostblock gepaart bzw. versucht auf COS zu machen.
Und jetzt? Jetzt macht Mango auch “a bisserl” Premium und launchte heute seine erste Linie. Obwohl mir die Spanier in den letzten Monaten immer mehr gefallen, im Gegensatz zu Zara, der sich mit befremdlichen Lookbooks und unkombinierbarem Wir-wollen-so-gerne-aber-wir-können-nicht-Kram (bis auf die Taschen) nicht gerade in meinen Kleiderkasten einschleimt.

Wer es gerne ein bisschen sackartig/oversize hat, der wird mit Mango Premium sehr zufrieden sein. Beige, Orange, Weiß und hin und wieder Blau mischen mit. Für den Sommer startet man mit Leinen – nicht gerade mein Favorit, wenn es nicht mit ein bisschen Kunstfaser “entknittert” wird – und wirft kurze Ripppullis in Rosa auf den Wühltisch, die schon den Flohmarkt-Look mitliefern. Soviel Understatement, also das muss wirklich Premium sein.

Fotos: Mango

Lookbook “Conscious Collection 2014″ von H&M ist da!

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Am 10. April kommt das “Engagement für nachhaltigere Mode” von H&M wieder in die Läden. Ausgewählte Stücke wird es auch auf yoox.com zu kaufen geben, in einem Bereich, der Amber Vallettas “Master & Muse” gewidmet ist. Einer Seite, die von Valletta für “socially responsible customers” entwickelt wurde. Zahlreiche Designer-Ausritte H&M’s in der Vergangenheit (Marant etc.) haben mich nicht gerade aus den Socken gehauen, diese hier hat es schon in sich. Obwohl festzustellen ist.
Elizabeth von Guttman und Alexia Niedzielski (siehe oben) von Ever Manifesto, betreiben zudem einen nachhaltigen Think Thank, der von von der monegassischen Prinzessin Charlotte Casiraghi mitbegründet wurde. Ein weiterer Step in Richtung gegen kritische Töne der Fast-Fashion-Gegner, die H&M Greenwashing vorwerfen.

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Erster Victoria’s Secret Store eröffnet in Österreich

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Man wird sich offensichtlich ein Flugticket kaufen müssen oder nie wieder zu spät zum Flieger eilen, um mal schnell in den Victoria’s Secret Store zu kommen – denn er wird sich offensichtlich am Flughafen Wien Schwechat befinden. So jedenfalls gibt es die Stellenausschreibung vor, die von der Firma “Agora Trading” auf der Website des Flughafens aufgetaucht ist. Diese könnt ihr hier (PDF) einsehen. Ein Datum, wann es losgeht, ist allerdings noch nicht fixiert! Erst im Dezember hat ein Store in München eröffnet.

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Alles kommt einmal wieder. So auch der Snakeprint.

Woran wir erkennen, dass dies eine Seite aus der deutschen VOGUE von 2001 ist? Natürlich sieht Gwyneth Paltrow fast noch pupertär aus.Die Schlangenlederteile wirken allerdings, als seien sie gerade vom Laufsteg gekapert worden. So sind gerade die Frühlingskollektionen 2014 von Gucci, Max Azria, J. Mendel über Michael Kors unter massivem Snake-Einsatz unterwegs und das kündigt sich in kürzester Zeit auch bei den großen Ketten an. Bereits jetzt ist eine Clutch im Sortiment von Zara gelandet.

Einsam wird sie dort nicht lange sein.Doch mit den falschen Schlangen werde ich mich wahrscheinlich nie anfreunden können. Genauso wenig wie mit Leopardenmuster. Für kleine Accessoires und Taschen, kann es noch sehr gut aussehen. Doch einen flächendeckenden Print auf Hosen und Mäntel? Bitte nicht! Noch am ehesten würde ich mir eine Tasche von Burak Uyan (siehe unten) zulegen.
Wo wir gerade beim Thema sind: Das gleiche Revival passiert gerade mit Hahnentritt aka Dog Tooth. Binnen drei Jahren sind wir wieder damit ausstaffiert. Und dann hätte man doch lieber den 80s Blazer nicht am Flohmarkt verschenken sollen …

jimmy choo nicole kidman
Burak Uyan

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Get Redressed! Christina Dean trägt Klamotten aus dem Müll

Ich habe euch schon an anderer Stelle Redressed vorgestellt. Eine Initiative, die von Christina Dean gestartet wurde und sich um die sinnvolle Wiederverwendung von Kleidung bemüht. Ausgangspunkt war ein Besuch von Dean auf einer Müllkippe in Hongkong. Die Massen an noch brauchbaren Klamotten gingen der damaligen Zahnärztin nicht mehr aus dem Kopf und so startete sie Redressed. Ihre erst kürzlich zu Ende gegangene Instagram Challenge, zeigte sie, wie sie 365 Tage Klamotten aus dem Müll trägt. Unten könnt ihr das Video sehen in dem sie von ihren Erfahrungen spricht.

In diesem Jahr habe ich zusammen mit theLipstick.net einen TOP SWAP veranstaltet, der mir gezeigt hat, wie hoch der Bedarf ist Secondhand Klamotten, sei es Tausch oder Verkauf, in neue Bahnen zu lenken und diesen Umweltwahnsinn (jährlich landen in Deutschland zwischen 600.000 und einer Million Tonnen Klamotten im Restmüll! Für  Österreich gibt es keine offiziellen Zahlen) ein wenig einzudämmen. 29.000 Liter werden alleine für ein Kilo herkömmlicher Baumwolle benötigt, um sie zu verarbeiten. Zusätzlich trägt der Baumwollanbau weltweit einen riesengroßen Anteil an Pestiziden, die wir schlußendlich nicht nur auf unserer Haut tragen, sondern auch noch Trinkwasser und Böden in den Produktionsländern verseuchen. (Weitere Daten erfahrt ihr bei wearfair.at)

Wie wäre es mit einem Neujahrsvorsatz für 2014, der sich darum dreht ein wenig darauf zu achten, was man wirklich benötigt und woher man gute, gebrauchte Klamotten bekommt. Vielleicht eine private Kleidertauschparty mit FreundInnen veranstalten? Mehr auf Flohmärkte gehen? Näh-Basics lernen, um dann seine neue Errungenschaften zu adaptieren?

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