Net-A-Porter wird zu einem Amazon der wichtigsten Designerlabels und Gründerin Natalie Massenet ist dabei ihren Vorsprung noch weiter auszubauen. Nachdem sie 2010 einen Teil des Unternehmens für 50 Millionen Pfund verkauft hatte (The Guardian) war die Öffentlichkeit erst so richtig auf die Frau hinter dem Imperium gespannt. Mit dem richtigen Aussehen von der Frau Mama ausgestattet (sie war Chanel-Model) reicht aber Massenet nicht die Sonne des Erfolgs. Mittlerweile wird der Taktschlag des Unternehmensausbau immer schneller.
Gekrönt wird das ganze durch die Ernennung Massenets als Chairman für das British Fashion Council – die höchste Kammer in Großbritannien in allen Modebelangen. Den Posten wird sie ab 1. Jänner 2013 antreten. Damit aber nicht genug: Das Online-Outlet von Net-A-Porter – TheOutNet.com – startete im September seine erste Eigenmarke namens Iris & Ink. “We decided to design a collection of trend-led essentials that we really wanted in our wardrobes this season, to complement the designer finds”, weiß der Pressetext. Damit sollen die “Wardrobe Dilemmas”, die man durch fehlende, hochqualitative Basics – 35 Essentials, wie es im Mode-Sprech heißt – ausgebügelt werden. Einen ähnlichen Approach hat man bereits bei der Linie The Row von den Olsen-Twins sehen können, aber ein Schelm wer böses denkt, ist natürlich der Preis ein anderer. Einen grauen Kaschmir-Cardigan gibt es bereits um wohlfeile € 208. Seidenblusen, Boucle-Jäckchen und Day-to-Night-Top sind ebenfalls in dieser Preiskategorie angesiedelt.
Dass man von Massenet jedoch nach längerem hin und her mit ihrer Pressestelle kein Foto der Dame bekommt, ist eine andere Sache. Auch in puncto British Fashion Council wird keine Auskunft erteilt und man wird lediglich an dessen office-Emailadresse weitergeleitet (auf die Antwort warte ich bis heute). So zugeknöpft wie sich der Konzern seit neuestem zeigt, war man nicht immer. Vor zwei Jahren führte man noch Imran Amed von Business of Fashion durch die beeindruckenden Hallen der hochglanzpolierten Net-A-Porter-Welt. Aber diese Zeiten sind offensichtlich vorbei.
foto/credit: TheOutNet.com