“Germany’s Next Topmodel, abgetippt” oder “Das Drehbuch zum Schwachsinn”

“Das ist das Papier nicht wert auf dem es gedruckt wurde”, wetterte einst Marcel Reich-Ranicki über eine Dieter Bohlen Biographie und auch hier könnte er ein ähnliches Urteil fällen.

Doch es ist ein äußerst charmante Arbeit, die sich Gregor Weichbrodt und Grischa Stanjek für ihre Projektarbeit im Fach Typographie an der HTW Berlin vorgenommen haben. Sie opferten sich das Finale von “Germany’s Next Topmodel” 2011 abzutippen. Mit all seinen kruden, pseudo-fremddialektisch begabten Darstellern und mit all seinen wirren Dialogen ist dieses Heftchen im Reclam-Look zu haben. Doch nein, es ist nicht gedruckt und käuflich erhältlich, sondern ein freies Issuu geworden!

Jeder Rotz, jeder menschen-verblödende Schund, jedes sexistische und von Maschen durchtränkte Blabla, das in diesem ohrenbetäubenden Massenspektakel geprädigt wurde, ist hier feinsäuberlich abgetippt und in Dramenvers gesetzt.

Das meinen die Macher des feinen Heftchens. Und hier ist es auch schon: “Das ist der Tag von dem ihr euren Enkelkindern erzählen werdet”. Vielleicht die Teilnehmer, wir werden uns hoffentlich nicht mehr lange daran erinnern.

Und anscheinend kommt das Heftchen mehr als gut an, denn Autor Gregor Weichbrodt sucht dringend Leute, die ihm bzgl. Medienrecht unterstützen können.

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Buch: “Styling – Mode perfekt in Szene setzen” von Jaqueline McAssey und Clare Buckley

Da ich derzeit auf der modetheoretischen Welle schwebe und mit Schrecken festgestellt habe, dass die Universität Wien bezeichnenderweise überhaupt keine nennenswerten Titeln mit Modebezug in ihrer gigantischen Bibliothek hat, bin ich auf andere Quellen umgestiegen. Amazon wäre da ein gutes Beispiel. Hat aber leider auch keine sehr gute Auswahl – oder ich sehe einfach unter falschen Stichworten nach.
Eine vielversprechende Neuerscheinung ist dabei aufgefallen, die der Stiebner Verlag in seiner Reihe “Mode Design Basics” gerade (13. Oktober) in deutscher Übersetzung veröffentlicht hat.

“Styling – Mode perfekt in Szene setzen” ist ein Guide für alle, die sich für den Stylisten-Beruf interessieren.

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Buch: German Fashion Design 1946-2012

Schon seit längerem auf dem Markt und wirklich empfehlenswert: “German Fashion Design 1946-2012″
Nachdem sich viele Sammelbände und Enzyklopädien über Mode in den letzten Jahren als lieblos – und dadurch bedingt – inhaltsleer erwiesen haben, die mit ihrem Titel spielen, ist “German Fashion Design 1946-2012″ das Gegenteil davon. Wahrscheinlich auch, weil es eher wie eine Sammlung an verschiedenen Essays und Artikel wirkt, die sich durchaus kritisch zeigt. Von Willy Bogner, Hugo Boss, Escada über Kostas Murkudis bis zu Textilketten wie New Yorker oder Marc Cain, die deutsche Modegeschichte geschrieben haben, ist alles querbeet vertreten.
Fast ausschließlich deutsch auch das Cover: Tatjana Patitz in einem Kleid von Jil Sander. Fotografiert von Nick Knight im Jahr 1992.

Eine der ersten Empfehlungen für die Weihnachtswunschliste in diesem Jahr!

Gibt es bei Amazon

Das A4-Format im Internet: Burda launcht Modemagazin ‘Glo’

Dieser Tage wirft die deutsche Burda Mediengruppe wieder ein neues Produkt auf den Markt und versucht sich diesmal mit einem Online-Magazin namens ‘Glo‘, das – oho! – wie ein Magazin am Bildschirm aussieht und bei der DLDWoman-Konferenz heute in München präsentiert wurde. Eventuell provozierte Wortassoziationen mit dem Namen scheinen wohl beim Brainstorming nach der Titelfindung nicht aufgekommen zu sein, und so staune ich, wie man so ambitioniert so viel falsch machen kann.

Punkt 1: Eine absolute Unhandlichkeit (wenn man das im Online-Gebrauch so nennen kann), gibt es alleine schon beim Auftritt. Schlägt man die Seite auf, sieht man einen gigantischen Kopf, riesige Buchstaben und muss EWIG runterscrollen bis man zu irgendwelchen Themen gelangt. Danke, aber so hübsch ist das Cover jetzt wirklich nicht, dass ich hier in Verzückungsstürme ausbrechen möchte. Vor allem die Farbe Gelb und das türkisfarbene Logo darauf sind reichlich schlecht gewählt.

Punkt 2: Die penetrante Platzierung von Bing und MSN nervt doch etwas. Und die Scroll-Bar mit Icons, die auf der Seite “mitflutscht” wirkt aufdringlich. Nicht gerade etwas, worauf ich herumklicken möchte.

Das Logo möchte ich jetzt nicht bewerten, ist es doch Geschmackssache, allerdings gibt – es im Gegensatz zu anderen Magazin-Logos – keinen Aufschluss darüber, was es sein soll… Erinnert an das Logo von General Electric.

Ich möchte mir jetzt hier Wortspielchen mit “Die Nullnummer, eine Nullnummer” ersparen, aber das ist so ziemlich das uninteressanteste Produkt und auch noch die Bestätigung, dass manche Printverlage noch immer in ihren alten Layouts denken! A4 im Internet. Sehr interessant. Oder wie es Stefan von SKIR ausdrückt: “Die Layoutkatastrophe des Jahres!”

Auf die Themen und Titelfindung will ich jetzt hier nicht eingehen, aber wo bleibt die interaktive Community? Doch! Halt! Da war etwas: Ganz unten, nachdem  man den Bereich mit dem (grässlich) karierten Background übersprungen hat, befindet sich ein Bereich mit “Mein Album”. Da darf man dann nach Eingabe der Windows Live ID nach Herzenslust Artikelchen und Bildchen hinterlegt werden. Darauf haben wir alle gewartet.

Ich komme zu dem Schluss, dass entweder hier Burda MSN etwas verkauft hat, weil sie etwas mit “Lifestyle” und “Frauen” wollten, oder… ja, das fällt mir auch nicht ein.

 

Edit 1.7.2011: MSN Deutschland adaptierte die amerikanische Version für den deutschen Markt und Burda erbringt in Partnerschaft redaktionelle Inhalte und koordiniert die Online-Redaktion.

Hilpold über die Modekünstler.

Punktgenau zu den heute Abend stattfindenden Austria Fashion Awards wirft Herr Hilpold im Anzug (“Viele Events, wenig Erfolg”) die Frage in den Raum, warum es soviele Events und vergleichsweise wenig  Erfolg für die heimische Mode gibt. Nun, das ist zwar ein bisschen sehr schwarz gemalt, hat aber in wesentlichen Zügen recht.
Weiters wird der Bogen zur Ausbildung der Modedesigner in Österreich gespannt. Vor allem Sätze wie diesen kann ich gefühlsmäßig nur unterschreiben:

“Sind es die Hochschulen, die hierzulande weniger Modemacher als Modekünstler hervorbringen? Ohne mit der Wimper zu zucken, erklären sie das gesellschaftspolitische Konzept eines Kleidungsstücks – wie sie es produzieren und verkaufen sollen, das wissen sie aber meistens nicht.”

Wie sehr auch manche Fördergeldverteiler am realwirtschaftlichen Zustand vorbeiarbeiten und scheinbar ihre eigenen Gelüste zu massenhaften VernissagenOpeningPerformanceArt-Events austoben müssen, habe ich bereits aus nächster Nähe erfahren. Da überrascht mich nichts mehr.

Danke an Claudia für den Lesetipp!

CUT Magazin: Nr. 5!

Der Fan-Club des CUT Magazins wächst von Ausgabe zu Ausgabe und so steht jetzt auch die neue in den Startlöchern!

Etwas ganz neues hat sich die Redaktion einfallen lassen: Es wird eine Sonderedition an Stoffen zu kaufen geben. Aus Erfahrung sind Stoffgeschäfte entweder extrem überteuert, oder so altbacken, dass es schon gar keinen Spaß mehr macht.

Weiterse Themen:

  • Designerduo BLESS steuert in diesem Heft den Starschnitt bei.
  • “In dieser Ausgabe mimt CUT den Studienberater und beantwortet die Fragen, wie man in einen kreativen Studiengang reinkommt und was man mit seinem Abschluss überhaupt alles anstellen kann.”
  • Und ein weiterer Punkt, der der Redaktion am Herzen liegt:
    “In der Rubrik Jugend-Stil berichten wir in dieser Ausgabe über die Harajuku Girls in
    Tokio. Leider war unser Heft zum Zeitpunkt der schrecklichen Vorfälle in Japan bereits
    im Druck und es war uns nicht mehr möglich, den Artikel zurückzuziehen. Wir bitten dafür
    um Verständnis. Wir bedauern die Katastrophe in Japan und sind uns bewusst, dass die
    Thematik Mode im Moment völlig in den Hintergrund gerückt ist.”

Ab nächster Woche ist es soweit! Mit 15.4. ist das CUT Magazin in ausgewählten Stores zu haben.

HINWEIS:
In der Rubrik Jugend-Stil berichten wir in dieser Ausgabe über die Harajuku Girls in
Tokio. Leider war unser Heft zum Zeitpunkt der schrecklichen Vorfälle in Japan bereits
im Druck und es war uns nicht mehr möglich, den Artikel zurückzuziehen. Wir bitten dafür
um Verständnis. Wir bedauern die Katastrophe in Japan und sind uns bewusst, dass die
Thematik Mode im Moment völlig in den Hintergrund gerückt ist.

Neu beschuht.

Ich kann euch sagen! So ein Magazin zu produzieren ist eine heftige Angelegenheit. Selbst wenn man “nur” 3 Seiten macht und am liebsten Purzelbäume schlagen möchte, wenn man unter den gestrengen Augen der Chefredaktion, dann endlich genug für einen Text geschwitzt hat.

Deswegen: Könnt und sollt ihr jetzt die neue Ausgabe des flair Magazins, die unter dem Thema Schuhe steht, im nächsten gut gepflegten Zeitschriftenhandeln kaufen. Auf Seite 73 findet ihr wissenswertes über Hollywood und seine Beziehung zu den Tretern, auf Seite 80 die außergewöhnlichsten Schuh-Stores. Paris, New York, Sollenau könnte es hier heißen, denn auf Seite 81 gibt es ein Interview mit Franz Wunderl. Alle schuhverrückten WienerInnen wissen was das jetzt bedeutet…. :)
Das Foto dazu hat übrigens Peter Garmusch geschossen!

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