Far, far away…

Wie sieht chinesische Mode aus? Eine grundlegende Frage, denn viele von uns haben ein ziemlich festgefahrenes und unindividualistisches Bild von AsiatInnen im Kopf, wenn es zur Mode kommt. In Wiens Innenstadt prägen sie das Stadtbild mit Burberry Hütchen und Louis Vuitton Sackerln.
Doch es muss doch noch etwas abseits der abgöttisch verehrten westlichen Modehemisphäre gehören…

“I always have a desire to create something that is fashion and is not fashion,’’ Guo Pei admitted and then laughed. ‘‘So a dress ends up weighing 50 kilos! Every piece is not fashion anymore. It’s sculpture; it’s painting. I want to put all that into a dress.”

Cathy Horyn hat sich auf die Suche gemacht und bei der Pekinger Designerin Guo Pei so viel Protz und Kunsthandwerk gefunden, dass wahrscheinlich selbst Pariser Schneiderleins die Augen übergehen. Davon erzählt sie in “Year of the Couturière“.

Auch wenn einiges von John Galliano abgekupfert wirkt, bei solchen Massen von Swarovski-Steinen, turmhohen Schuhen und meterlangen Schleppen, wirkt selbst dieser bescheiden dagegen…

Hier die letzte Couture-Show von Guo Pei:

Doch wenn man glauben würde soetwas wie Vogue China würde Guo Pei kennen, wird enttäuscht. Globalisierung und der Wahn nach westlichen Gesichtern und Designern – wer einmal die Vogue China aufschlägt und mit Entsetzen feststellt, dass die darin abgebildeten Models zu 80% hellhäutige, westliche Frauen sind – hat so einiges kaputt gemacht…

Local designers, no matter how good their guanxi, don’t have much of a chance in China’s frenetic retail scene, where Western brands have their pick of locations and managers. ‘‘The good people were all taken by Louis Vuitton, Chanel, Gucci Group,’’ said Angelica Cheung, the editor of Vogue China. ‘‘So local designers end up doing everything themselves and they can’t move on.’’

Erst Anerkennung bekommen, wenn man im Ausland Erfolg hat?
Lady Gaga hat bei Guo Pei schon geordert, allerdings konnte sie in deren Kleidern nicht auftreten, weil die Bewegungsfreiheit so stark eingeschränkt war…

foto/credit: T Magazine

But he was such a sensitive boy.


McQueen & Isabella Blow, by David LaChapelle

“Alexander McQueen´s final bow” von Cathy Horyn ist keine Lobpreisung über ein Lebenswerk, sondern der Versuch sich ihm von einer menschlichen Seite zu nähern und sein Umfeld, besonders die Beziehung zu seiner Entdeckerin Isabella Blow (“the alarming-looking stylist-aristocrat whose effect was like an umbrella opening in a phone booth — but the perfect umbrella in finest silk.”) seinen Mitarbeitern und zu seiner Familie zu beleuchten, ohne dabei in unnötige Indiskretionen abzurutschen.

Zur Erklärung: Der im Artikel erwähnte Bruch mit Blow wird nicht näher erläutert und stammt aus dem Verkauf des Alexander McQueen Labels an Gucci den Blow einfädelte für den sie aber keine finanzielle Anerkennung bekam.

What´s wrong with Vogue?

Image Hosted by ImageShack.us” [...] you don’t feel that the magazine has considered how changes like social networks and Web-based subcultures have influenced women’s ideas about themselves. This lack of awareness is reflected in Vogue’s pages.

- IHT, What´s wrong with Vogue?

Der Artikel von Cathy Horyn erschien gestern sowohl in der Online Ausgabe des International Herald Tribune als auch der New York Times.