Paul Smith, Dandelion Print Top — Lanvin, Petal Pearl Necklace — Kanye West by Giuseppe Zanotti, Sandals — Chloé, Leather Shorts — Mulberry, Alexa Bag — Butter London, “West End Wonderland”
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Image-Building und die Crux des handgemachten Luxus.
Die Anfertigung eines Prototypen, der im Atelier ensteht ist eine Sache, die andere ist die Massenfertigung. Mit diesem Umstand wissend, vermitteln Luxus-Marken gerne ihren potentiellen Kunden sie würden etwas besonders hochwertiges kaufen, wie es der Preis wohl auch rechtfertigen würde. Nachdem in und nach der Wirtschaftskrise das Wort “value” (Wert) und “heritage” (Kulturerbe) in dermaßen inflationärer Form in jedem Statement einer Marke auftaucht, dass einem schwindlig wird, versucht man diesen beständigen “Wert” auch visuell an den Kunden zu bringen, schließlich will der ja mittlerweile mehr für sein Geld als scheinbares Prestige.
Wie es scheint, wird in dieser neuen Blase der Wertschaffung mit allen Mitteln die Produktion ins zart gefilterte Licht gerückt. Und dabei geht eben nichts über die gute, alte Handarbeit, welche die Qualität eines Produkts manifestieren soll.
Was bei Hermès bereits seit Jahren mit der Dokumentation des Herstellungsprozesses der Birkin Bag gut läuft, versuchen auch andere immer wieder, und treffen dabei oft nur den schalen Beigeschmack.
Bereits vor über einem Jahr geriet Louis Vuitton in die Kritik, als Werbesujets veröffentlicht wurden, die wohl der Realität (siehe Bloomsberg Businessweek) entbehren. In gesoftetem Licht Handwerker wie Heiligenstatuen abzubilden, war schließlich auch für die britische Werbebehörde zuviel, die den Konzern LVMH rügte, auch wenn er die Produkte in Frankreich produziert. Louis Vuitton zog daraufhin seine Werbung zurück.
Ein wenig erinnert mich auch der dieser Tage veröffentlichte Clip von Chanel Eyewear daran. Karl Lagerfeld, der am Schreibtisch sitzt, die minutiöse Handarbeit mit der das Brillengestell angefertigt wird… Das ist schon alles ganz nett, wenn man an die Entwicklung denkt, aber wie sieht die Anfertigung des einen bestimmten Stückes aus, das der Kunde kauft? Ebenso gesoftet und gehübscht?
Hier muss man einen Schritt zurückgehen und sich den Lizenzmarkt der Modeindustrie ansehen. Und siehe da: Seit 1999 besitzt die Mailänder Firma Luxottica (ihr Besitzer ist der zweitreichste Mann Italiens!) die Lizenz für Chanel Eyewear. Mailand, Italien, ist ja alles toll. Aber wo wird produziert? Schon ein wenig schwieriger herauszufinden.
Schließlich wird man hier fündig:
Product design, engineering/development and manufacturing take place in six production facilities in Italy, two wholly-owned subsidiaries in the People’s Republic of China and a sports sunglasses plant in California. Luxottica also has a smaller plant in India, serving the local market.
Aus welcher Fabrik aber schließlich die Chanel-Brille kommt, die Lagerfeld im Film ersann, ist nicht herauszufinden. Der suggestive Eindruck des europäischen Kollektivvertrag-Verdieners als Arbeiter reicht. Oder würden es sich Firmen trauen in solchen Filmen asiatische Gesichter zu zeigen?
In eine ähnliche visuelle Kerbe schlägt auch Schuh-Designer Giuseppe Zanotti, allerdings blieb der mit seiner Produktion ausschließlich in Italien.
The art of shoe making by Giuseppe Zanotti
Die Entstehungsgeschichte eines roten Satin-Stilettos.



