Just saying….

Meine Print-Beobachtung heute kratzt schon sehr an der Kurve der Aktualität, trotzdem möchte ich sie heute noch nachbringen. Anne Feldkamp (blica.) hat in der Standard-Beilage RONDO (Thema: Gelegenheit mach Model: Wenn die Straße der Laufsteg ist) vor zwei Wochen Yvan Rodic interviewen dürfen. Gratulation an dieser Stelle! Den Herren an den Hörer zu bekommen, gehört sicher nicht zu den einfachsten Dingen.

In den kleinen den jeweiligen den Streestyle-Fotografen und Faktoren erklärenden Texten, schrieb Stephan Hilpold über Wien:

Tristesse in Wien

Österreich ist ein schlechtes Pflaster für Streetstyle-Fotografen: Experimentierfreudige Zeitgenossen, die sich in puncto Kleidung abheben, sind dünn gesät. Vielleicht ist genau das der Grund warum die Suche nach heimischen Fotoblgos bei Internet-Leichen endet. Die Seite Viennastreestyle ist offline, die Homepage to-vie wurde seit Juli vergangenen Jahres nicht mehr befüllt. Auch das Projekt Vienna Fashion Observatory ist abgeschlossen. Im Rahmen einer Ausstellung im Freiraum des Museumsquartiers dokumentierten im vergangenen Jahr 25 Modeinteressierte den Stil der Bewohner von Wien. Das Besondere dabei war, dass sie jeweils den Bezirken zugeordnet wurden, in denen sie fotografiert wurden. Dadurch entstand eine Stil-Topographie der Stadt. Am besten sahen die Menschen übrigens im Ersten aus. Vielleicht weil sich dort am meisten Touristen tummeln.

Zum ersten muss erwähnt werden, dass Wien natürlich in Mode und Individualität ein Problem hat, doch an den richtigen Plätzen zu den unterschiedlichsten Tageszeiten (vor allem nachts) bekommt man auch in dieser Stadt Perlen zu Gesicht. Es hat auch viel mit der Erwartungshaltung zu tun, die man der Sache entgegenbringt. In Paris (und dort war ich einen Tag lang vergeblich nach gut gewandeten auf der Suche) wimmelt es während der Fashion Weeks nur so vor hochglanzlackierten ModeredakteurInnen, die sich durch die Anwesenheit der vielen internationalen Streetstyle-Fotografen so richtig herausgeputzt haben. Auch eine Art Tourismus.

Zum zweiten meinte bereits einmal Herr Rodic auf Twitter (leider kann ich diesen Tweet nicht mehr finden), dass er es sehr schwierig fände abseits der Fashion Weeks in den Metropolen dieser Welt Stoff für seinen Blog zu finden. Die Erwartungshaltung eben…

FaceHunter im Interview

Regine von Nelou.com hat sich Yvan Rodic während seiner Signierstunde geschnappt und ein Interview mit ihm gemacht.

"Das schreibst´ jetzt!"

Folgendes fand ich in einer österreichischen Modegazette:

“Seit einigen Jahren führt Yvan “Facehunter” Rodic einen ungewöhnlichen Modeblog, der dem persönlichen Erfindungsreichtum auf der Spur ist. Er reist durch die Welt und wandert durch die Straßen von London, Stockholm oder Barcelona. Wenn er dann eine Person trifft, deren Outfit ihn inspiriert, kommt es zu einem improvisierten Shooting. Es sind keine professionellen Models, sondern Menschen, die mit Witz und Pfiff ihren eigenen Stil kreieren. Sein Modeblog hat ihn international bekannt gemacht. Eine große Sammlung seiner Fundstücke ist nun als Buch erschienen.”

Ich möchte hier niemanden bloßstellen, aber das klingt so unglaublich schrullig, unbeholfen und – sorry – dumm, dass ich mir nicht helfen konnte als folgendes G´satzerl zu verfassen….

“Seit einigen Jahren führt Frau XY ein gewöhnliches Magazin, das allem nur nicht dem persönlichen Erfindungsreichtum auf der Spur ist. Sie reist manchmal durch die Welt, kauft die Fotos der Fashion Weeks den Presseagenturen ab und wenn sie dann eine Person trifft, deren Outfit ihr gefällt, verwurstet sie es in einer Fotostrecke, dessen Making of sie im Leitartikel mit Foto (Model und sie nebeneinander) zeigt, um zu beweisen, dass sie das selber gemacht und nicht zugekauft hat. Das sind professionelle JournalistInnen. Ihre Magazine machen sie nicht international bekannt und ihre Sammlungen werden glücklicherweise nicht als Buch veröffentlicht.”

Das gleichnamige Buch von Facehunter gibt es bei Amazon zu kaufen. Seinen Blog gibt es gratis.
Und dieses ganze Herumgehüpfe ums goldene Kalb – damit ist nicht Yvan, sondern das Papier gemeint – verstehe ich überhaupt nicht, haben wir doch in den letzten Jahren strikt etwas anderes gemacht, sogar eine Revolution (lächerlich, im Vergleich mit wahren Revolutionen!) wurde uns vorgeworfen nachgesagt, nur weil man sich einen Blog anschaffte, um dort zu schreiben, anstatt sich von einem/einer ChefredakteurIn tyrannisieren zu lassen. Ja, okay wir können davon nicht leben, aber vom Modelleisenbahnbau oder Nasenbohren auch nicht und da fragt auch keiner wem ich jetzt eine Honorarnote schreibe. (Hobby! wäre ein gutes Stichwort. Ist zwar eine nicht zutreffende Erklärung, beendet aber innerfamiliäre Diskussionen.)

[Damit das jetzt nicht in die falsche Kehle kommt, meine ich mit obiger Beschreibung keine Modemagazine, die individuellen, kreativen Output haben, sondern übliche "Modemagazine", die eigentlich Frauenmagazine sind, aber sich, weil sie eine Fotostrecke reinnehmen, als solche tarnen bezeichnen und deren Ausbreitung sich in letzter Zeit durch quietschrosa Online-Portalcommunities erschreckenderweise schon im Netz ankündigt.]

Opening. the Vienna Fashion Observatory. Freiraum

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Die Eröffnung fand gestern abend mit Streetstyle Royalty Yvan Rodic, Facehunter und Mary Scherpe, StilinBerlin statt, die sich für zwei Wochen in Wien nach modetechnisch interessanten Zeitgenossen umsehen sollen. Mit ihnen eine Schar anderer nationaler und internationaler Contributors, die ebenfalls durch die Stadt streifen. Die Fotos werden dann in den nächsten zwei Monaten in der Ausstellung gezeigt und hinzugefügt. Das erklärte auch die oft leeren Wände gestern abend, die erst gefüllt werden müssen.

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The Vienna Fashion Observatory

Den 16.7. kann man sich schon  mal fett anstreichen, denn Facehunter Yvan Rodic wird in Wien sein und zur Eröffnung der Streetstyle Foto Ausstellung im Freiraum (Museumsquartier) kommen. Auf der Liste stehen auch Mary Scherpe (StilInBerlin), Eszter & Andreas von Stylorectic und einige andere bekannte Namen der Streetstyle-Szene.

Die Ausstellung ist ab 17.7. im Freiraum (MQ) zu sehen.

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