
Nein, es ist kein fünfjähriges, sondern ein vierjähriges Jubiläum, allerdings fanden die Vienna Awards for Fashion & Lifestyle gestern zum fünften Mal in der Halle E des MuseumsQuartier statt. Mit einem v-förmigen Laufsteg und drei verschiedenen Fashion Shows mit insgesamt fünf Designern startete man in den Abend. Nina Kepplinger (Ninali), Guido Maria Kretschmer und die drei Finalisten des “Best Newcomer presented by Steffl” zeigten ihre Kollektionen.

Rebecca Mir (Kleid von Tiberius) moderierte mit Alexander Mazza
Während bei Ninali eine Kooperation mit dem Schmuck-Label GEMMINI in die Kreationen einfloss und so die “Wüstenköniginnen” erschuf, die sich Nina Kepplinger erdachte – eine der vielversprechendsten Couture-Kollektionen, die ich in den letzten Jahren in Österreich sehen durfte – wanderte man bei Guido Maria Kretschmer auf den afrikanischen Kontinent. Das scheue Okapi war nicht nur Namensgeber seiner Kollektion, sondern auch Inspirationsquelle und die Limited Edition Linie mit dem österreichischen Schuhproduzenten Högl spiegelte diese ebenfalls wieder.

Bei den “Best Newcomer presented by Steffl”-Finalisten 2013, die ihre Herbst/Winter-Kollektionen 2013/14 zeigten, war unter anderem Maria Steiner von Ruins of Modernity (gegründet 2010) mit ihrer Kollektion “shadows” vertreten. Monochrome Farbschattierungen, die durch ihren Materialmix die Schatten in ihren unterschiedlichen Nuancierungen wiedergeben, wurden in einem sehr sehenswerten Lookbook von Verena Mandragora festgehalten (hier schon vorab das Making of Video vom Shooting).
„Meine Kollektion zeigt die Diversität des Lichts. Schatten haben stets mehr als eine Schicht. Sie gehen unter die Oberfläche und erzeugen Abstufungen, die Gut und Böse zugleich sind. Es ist nicht die pure Verschmelzung von Dingen, sondern die Facettierung von Schichten in verschiedenen Dimensionen, in der Kanten weiche Materialien treffen. Transparente Farben werden zu neuen, indem sie von klaren Linien vermischt werden. Kirschrot kontrastiert mit kalten Farben und ergänzt sie mit einer eindrucksvollen Lebendigkeit.“ (Maria Steiner)

Maximilian Rittler ist zwar noch Student in Hetzendorf, wird aber bestimmt noch in Zukunft von sich reden machen. Sein einzigartiger Signature Look, der sich aus historischen Elementen der Herrenmode bildet, ist Resultat kunsthistorischer Recherchen, wie er mir erzählte. Motive alter Meister werden aufgeprintet und sind die einzigen Ornamente in seiner minimalistischen Kollektion.
„Die Kollektion ist im Großen und Ganzen eine Weiterführung meiner bisherigen Arbeiten. Es geht um die spielerische und raffinierte Umsetzung von historischen Eindrücken, die schlüssig, modern und geschickt zu tragbaren Stücken verarbeitet werden.“ (Maximilian Rittler)

Rebekka Ruétz, die die Kategorie für sich entscheiden konnte und in der nächsten Herbstsaison bei Steffl im DISTRICT 1 erhältlich ist, war mit ihrer Kollektion “PANEM ET CIRCENSES” vertreten. Hier treffen sich die wohl außergewöhnlichsten Materialien. Mein Highlight ist der fluffige, weite Rock in schwarz.
“Die faszinierendste Inspiration stammt vom „Dolly-Look“ mit tulpenförmigen Silhouetten, runden Krägen und außergewöhnlichen Farbkombinationen. Dazu kommt der 3D-Look, hervorgerufen durch Schnitte mit Volumen, weg von der typischen Vorder- und Rückenansicht, hin zum 360°-Blick.” (Rebekka Ruétz)

Weitere Infos zu den Kandidaten und Interview gibt es im Vienna Awards Magazin, das in sehr limitierter Stückzahl im Steffl Department Store und in den Högl Flagshipstores aufliegt. Die ersten drei, die an stylekingdom (at) live (dot) de eine Email schreiben, bekommen ein Gratis-Exemplar nach hause geschickt.
Gewinner 2013
Designer – Meshit
Make up Artist – Nicole Jaritz
Tribute to Fashion & Lifestyle – Swarovski
Photographer – Stefan Armbruster
Fashion Editor – Daniel Kalt
Stylist – Adia Trischler
Accessory Designer – Ring King
Global Citizen – Atil Kutoglu
Model – Gerhard Freidl
Best Newcomer presented by Steffl – Rebekka Ruétz
Hair Stylist – Wolfgang Lindenhofer
Style Icon – Bar Refaeli
Daniel Kalt hatte das letzte Mal in der Volksschule beim Schulschikurs eine Auszeichnung bekommen, höchste Zeit, dass nicht nur sein Sporttalent, sondern auch seine journalistischen Fähigkeiten gewürdigt werden
Stephan Hilpold, Der Standard, überreichte Swarovski den “Tribute to Fashion & Lifestyle” Award

Margit Kratky, Modechefin von WIENERIN und DIVA, und Patrick Kafka, der bereits 2011 als “Best Model” ausgezeichnet wurde, würdigten Gerhard Freidl (Wiener Models), der die Trophäe später bekommt, er düst gerade in der Weltgeschichte herum.
Wie wird bestimmt wer gewinnt?
In den Kategorien Designer, Make up Artist, Photographer, Fashion Editor, Stylist, Accessory Designer und Hair Stylist nominiert das Komitee (bestehend aus Petra Percher – Die Presse Schaufenster, Martina Cerny – making of, Christoph Steiner – WIENER, Marjan Firouz – Vienna Awards und meiner Wenigkeit) jeweils drei Personen, die im letzten Jahr mit ihren Arbeiten besonderes geleistet haben. Diese drei Nominierungen stehen pro Kategorie zur Auswahl, die von den Siegern der jeweils letzten drei Jahre (36 Personen) gewählt und den Mitgliedern des Komitees (einzeln) gewählt werden. Eine Gewichtung der Stimmen gibt es nicht. In den Kategorien Tribute to Fashion & Lifestyle, Model, Global Citizen und Style Icon entscheidet das Komitee. Eine Sonder-Jury aus Komitee der Vienna Awards und Thomas Köckeritz, Creative Director von Steffl Department Store, bestimmt den “Best Newcomer”.
Eine Diskussion, die ich angesichts der hier vorherrschenden medialen Berichterstattung rund um die Vienna Awards einmal thematisieren möchte, ist die der beständigen Frage, die ich in sämtlichen Master-Thesis Umfragen von Diplomanden gestellt bekomme: Können Blogger überhaupt journalistisch arbeiten?
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