freedom of opinion
Since when is it illegal to link to an article? Like, since never.
-Play Hunter
Was einen Online Artikel, im Gegensatz zu einem gedruckten, unter anderem ausmacht, ist die Möglichkeit die Quellen von denen man Informationen bezogen hat direkt zu verlinken bzw. anzugeben.
Seit einiger Zeit liegt mir dieses Thema im Magen. Als ich begann zu bloggen war es für mich selbstverständlich einen erwähnten Designer, eine Firma, eine Person, einen Blog… direkt mit Link anzuführen. Umso länger man bloggt umso mehr wird man allerdings mit Dingen und Themen wie Google Ranking, Freundschaft (eines der größten Probleme eines Journalisten: was ist mir wichtiger? objektive Berichterstattung oder die Freundschaft zu einer Person der man eventuell mit einem Bericht schaden könnte.) und das Aufmerksam machen auf Dinge die ohne Verlinkung vielleicht einfach in der Weite des Internets verloren gegangen wären.
Ich weigere mich trotzdem stets einen Artikel der mir nicht gefällt, einen Artikel der nicht meiner Meinung entspricht und über den ich als Bloggerin berichten möchte nicht auch zu verlinken. Steigt er dadurch im Google Ranking? Wird er dadurch von mehr Leuten gefunden? So what.
Für mich hat dies etwas mit gleichem Recht für alle zu tun. Ich möchte, dass man auch bei Negativberichten genau weiß worauf ich mich beziehe. Ich möchte, dass Online Journalismus so durchsichtig wie möglich ist. Ich möchte, dass man alle Quellen kennt und nicht etwa wie bei einer wissenschaftlichen Arbeit im Literatur- bzw. Quellenverzeichnis kompliziert nachschauen muss. Oder gar durch das völlige Weglassen eines solchen, einfach darauf vertrauen muss was man liest. Nein! Jeder Leser, jede Leserin, soll sich eine eigene Meinung bilden können.
2.1. Gewissenhaftigkeit und Korrektheit in Recherche und Wiedergabe von Nachrichten und Kommentaren sind oberste Verpflichtung von Journalisten.
-aus dem Ehrenkodex für die österreichische Presse (Stand 1999)
Das eindeutige Offenlegen einer Quelle und damit einer Verlinkung macht das Überprüfen dieses journalistischen Grundsatzes auch für den Leser einfacher.
Deshalb ist meiner Meinung nach das Verlinken etwas, das den Online Journalismus besonders attraktiv macht.
Um nochmals auf das Thema Objektivität und Freundschaft zurückzukommen:
Schreibt jemand einen negativen Artikel über eine Person die man kennt, stellt sich die Frage ob man dies einfach so stehen lassen möchte. Oder ob man darüber berichtet, eine Gegendarstellung liefert und somit womöglich auf einem Medium, welches mehr Leser hat als der ursprüngliche Ort der Veröffentlichung des Artikels, darauf aufmerksam macht.
Eine Frage die wohl jeder für sich selbst beantworten muss. Die auch damit zu tun hat wie weit man sich als BloggerIn als JournalistIn sehen möchte.
Denn sobald man sich als JournalistIn sieht und über etwas berichten möchte sollte man die Freiheit die man als BloggerIn hat, nämlich nicht von einem Verlag, einer Redaktion, abhängig zu sein, nutzen.
Um es mit etwas heftigen Worten auszudrücken (ja, ich wähle an dieser Stelle absichtlich ein solches Beispiel, da der Grad zwischen freier und beeinflusster bzw. verhinderter Berichterstattung in vielen Fällen – egal auf welcher Ebene – ein sehr schmaler ist):
Auf vielen Teilen der Erde kämpfen BloggerInnen um freie Berichterstattung, sie wollen Missstände aufzeigen und versuchen auch in Ländern in denen es keine Demokratie oder kein Recht auf freie Meinungsäußerung gibt, sich äußern zu können. Nicht selten setzen sie dabei ihr Leben aufs Spiel. BloggerInnen im Iran und in China sind da nur ein Beispiel.
Wie gesagt ich möchte deshalb darauf hinweisen um zu verdeutlichen, dass man sich nicht von eventuellen Freundschaften die gefährdet werden oder von Einladungen die man nicht mehr bekommt von einer guten und damit durchschaubaren Berichterstattung abhalten lassen sollte.
Und eine kleine Anmerkung noch:
Wie Sascha Lobo so schön meinte: Seiten bei denen beim Öffnen auch unzählige Werbefenster aufgehen, sollte man sich wohl überlegen zu verlinken (sie zu lesen allerdings ebenfalls
).
Danke für die Idee der BLÖGGER Blog-Parade, die mich dieses Thema wieder aufgreifen ließ.
















February 1st, 2010 at 11:48 am
bravo!
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