Modepalast 2011: Cloed Baumgartner im Interview

Die beiden Modepalast Organisatorinnen Cloed Baumgartner und Jasmin Ladenhaufen

Es passiert etwas und das finde ich spannend! Man hat nicht nur eine stumpfe und platte Modemesse, sondern man überlegt sich jedes Jahr wieder neu in welche Richtung es gehen soll und was man damit bewirken will.

- Cloed Baumgartner

Modepalast bisher: Welche Bilanz kann man ziehen ?

Cloed Baumgartner: Die Bilanz ist, dass man ein stetiges Wachstum beobachten kann – nicht nur des Events selbst, dass man immer noch mehr Labels einbinden kann – sondern auch der Wiener Szene die ja auch mitwächst.

Von den Boutiquen die sich im 7. Bezirk ansiedeln haben ganz viele der BetreiberInnen beim Modepalast begonnen und sind ganz stolz darauf.

Die Bilanz ist auch, dass der Modepalast etwas bewirkt hat in Wien und das erfüllt uns schon mit Stolz. Ziemlich viele DesignerInnen können inzwischen von dem leben, was sie machen. Sie haben ihre kleinen Läden aufgesperrt, oder sogar schon größere Läden, und strecken die Fühler jetzt auch vermehrt ins Ausland aus. Sie fahren auf Ordermessen nach Deutschland oder Paris und das ist schon klasse, das gefällt uns gut. So ist es ein gemeinsames Wachsen!

Welche Weiterentwicklung gibt es?

Der Ausblick ist, dass der Modepalast inzwischen auf guten Beinen steht und wir die Chance haben jetzt auch in Richtungen zu lenken. Mit unseren Schwerpunkten, wie im letzten Jahr etwa Modepalast Green, eine ganz wichtige Strömung mit neuen ökofairen Kollektionen, die genauso sexy und gut designt sind wie andere.

Wir haben das dann in Form eines Green Path angelegt, also wirklich integrativ dort wo es hingehört. Abendmode zur Abendmode und Street Style zum Street Style. Und heuer reagieren wir auf unsere Gesellschaft die ja doch immer älter wird und auf unser Publikum das mitaltert und aber auch designaffin ist.

Wir haben aufgerufen, dass die DesignerInnen dementsprechend ihre Kollektionen auch anpassen. Größere Größen, auf gute Stoffqualität achten und vielleicht auch einmal Outfits mit Ärmeln anbieten. Einfache Tricks die aber dann auch unser Publikum befriedigen. Oder auch, dass wir neues Publikum ansprechen können. Genannt haben wir diesen Schwerpunkt “Generations”, weil wir ja von Kindermode bis eben Mode für ältere Semester alles anbieten.

Wie siehst du die Wiener Modeszene?

Die ModemacherInnen sind ja eine abgeschlossene Gruppe, auch eine Szene, so wie die Galerien eine Szene sind. Oder die KünstlerInnen oder die bildenden KünstlerInnen oder die FilmemacherInnen, ist auch die Modeszene wie eine Familie, aber innerhalb dieser Szene beobachte ich unterschiedliche Gruppierungen die verschiedene Bedürfnisse abdecken.

Es funktioniert glaube ich ganz gut nebeneinander, das für alle was dabei ist. Mode geht ja alle was an. Und sonst gibt es eben die Strömungen, dass große Modeketten nach Wien kommen, wir nennen jetzt keine Namen… (lacht) aber das bedeutet ja auch etwas. Dass Wien bereit ist für so etwas.

Welche Punkte sind beim diesjährigen Modepalast noch wichtig….

…Newcomer! Newcomer haben wir viele. Wir haben nicht immer die gleichen Namen, wir haben dezidiert heuer 40 NewcomerInnen und ganz viele davon auch aus Wien. Das wird von creativespace.at unterstützt. Weil sie letztes Jahr mit uns eine Studie gemacht haben, aus der ganz klar hervorgeht, dass der Modepalast auch ein Wirtschaftsfaktor ist.

Der Schritt in die Selbstständigkeit wird viel leichter wenn man einmal ein solches Kick-Off Event gehabt hat. Dort wo man einmal wirklich mit viel Publikum in Kontakt gekommen ist. Und das wird auch heuer wieder bei einigen so sein. Sie werden viel Feedback bekommen und ganz sicher auch Umsatz machen. Und dann auch basierend auf solchen Erfahrungen entscheiden können, ja das kommt an. Ja das passt, das machen wir weiter. Newcomer ist also ein wichtiger Punkt.

Wie wählt man die am Modepalast teilnehmenden Designer aus?

Wir haben zu viele Anmeldungen, mehr als wir Standplätze haben. Das heißt wir haben eine Jury. Das funktioniert dann online über eine Punktevergabe, weil man nicht über zwei hundert Leute eine Jury Sitzung abhalten kann. Das würde nicht funktionieren.

Wir hatten also sieben Leute die in der Jury waren und Punkte vergaben. Dann gibt es eine Reihung und wir nehmen einfach so viele DesignerInnen wie wir nehmen können. Die Kriterien dazu sind: Wir fragen nach der Ausbildung, nach dem Gründungsjahr (dementsprechend kann man dann sagen ob es sich um einen Newcomer handelt) und die Homepage, da muss man drei Bilder hochladen und einen kurzen Text. Das heißt man bekommt schon relativ rasch über die Qualität der Bilder, über die Qualität des Gesamtauftritts einen Eindruck ob das Label Potential hat. Und dann ist natürlich auch das Bauchgefühl der JurorInnen gefragt.

MODEPALAST 2011 – brand new expo
27. bis 29. Mai 2011
MAK
Weiskirchnerstraße 3
1010 Wien
Tageseintritt: €8.-/5.- (ermäßigt für Schüler und Studenten)
Kombiticket: €12.- (gültig an allen 3 Messetagen)
Öffnungszeiten:
Do 26.5. Eröffnung (nur mit Einladung)
Fr 27.5. 12-22
Sa 28.5. 11-21
So 29.5. 11-19

fotos: oben – Teresa Hammerl ; untere – MICHAEL WINKELMANN (www.winkelmann.at)

3 thoughts on “Modepalast 2011: Cloed Baumgartner im Interview

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