Vier Fragen – Acht Designer: LINIERT

LINIERT wurde gemeinsam von Ivon Gasque und Christian Kollarovits gegründet. Christian beantwortete vier Fragen:

Bitte beschreibe kurz deine Kollektion und warum du diese auf der MQ Vienna Fashion Week vorstellst!
unsere aktuelle herbst/ winterkollektion mit dem titel NEBENSACHEN beschäftigt sich mit bedeutungen: also zb. wie sich etwas bedeutendes kontruieren lässt, bzw. was für gewöhnlich als bedeutend erachtet wird. hier die kurzbeschreibung:
hauptsache cool, adrett und blendend
hauptsache dynamisch, flexibel und mobil
hauptsache vernetzt und nie alleine
hauptsache erfolgreich in diesem spiel
NEBENSACHEN / angeblich ungereimter stoff / herbstwinterkollektion 2011
der vorsatz, etwas hauptsächliches, etwas bedeutendes zu entwerfen treibt den entwerfer vor sich her. ebenso wie die frage nach der herstellbarkeit, der konstruierbarkeit dieser bedeutung, bzw. dem, was schließlich als bedeutend erachtet wird. ein nebensächlicher versuch…
auf der vienna fashion week präsentieren wir unsere kollektion, weil sie eine willkomene gelegenheit darstellt, unsere modelle im rahmen eines events sowohl unseren kunden als auch einem modeinteressierten publikum vorzuführen.

Welche Punkte sind bei Produktion und Umsetzung deiner Kollektionen unverzichtbar?
unverzichtbar ist eine leidenschaftliche wie auch eine intellektuelle auseinandersetzung mit gesellschaftlichen begehrlichkeiten und notwendigkeiten fernab jedes trivialen und chauvinistischen gehabes.

Wie definiert sich für dich der Begriff Mode?
die mörderfrage : )))
mode – abseits gängiger definitionen – steht bei uns für den versuch, funktionelle ausrüstungsgegenstände zu entwerfen, die versuchen, gleichzeitig eine vielschichtige anzahl von bedeutungen einzufangen und diese darzustellen. für gewöhnlich werden diese nicht gebrauchsbestimmten bedeutungen als ästhetisch bezeichnet.

Vom Handwerk zum kreativen Design: wo fühlst du dich am meisten zu Hause?
soll am ende ein begreifbares objekt stehen, kommt das eine ohne das andere nicht aus. das objekt ist nur dann gelungen, wenn beide eine symbiose eingehen. dass soll aber glücklicherweise nicht bedeuten, dass man als leidenschaftlicher entwerfer, der sich eher im denken als im handeln zuhause fühlt, immer alles selber machen muss. solange man über kongeniale handwerker verfügt, scheint die welt in bester ordnung.

LINIERT modestudio
Sechskrügelgasse 2
1030 Wien

MQ Vienna Fashion Week Show: 16.9.11, 18:00 Uhr

Tickets bei oeticket.com

Lisa aka SpiegelEule über das FashionBloggerCafé in Berlin

Als offizieller Programmpunkt der Berlin Fashion Week findet heuer bereits zum zweiten Mal das FashionBloggerCafé statt. Vorab habe ich Lisa zum Gespräch gebeten, voller Vorfreude auf das Treffen am 8. Juli!

Wie kam es zur Idee ein FashionBloggerCafé zu veranstalten?

Als im letzten Winter die Fashion Week bervorstand und es sich abzeichnete, dass es wohl ein Blogger-Get-Together wie bei der letzten Premium im Sommer nicht geben würde, kam mir die Idee ein eigenes Treffen zu initiieren. Ich hatte mit anderen Bloggern zu diesem Zeitpunkt einigen Kontakt per Mail oder Skype. Nicht nur mich begeisterte die Möglichkeit bei einem Treffen die Personen hinter den jeweiligen Webseiten, Kommentaren oder Ideen wirklich kennen zu lernen und erfahren zu können.

Ich wachte dann einige Wochen vor der Fashion Week auf und hatte die Idee. Noch im Bett griff ich zum Telefon und rief Roland von Styleranking an. Der war etwas verhalten und hatte Sorge, dass wir das zusätzlich zu den Vorbereitungen für die Berichterstattung vom Zelt und den anderen Events bewältigen könnten. Ich hab ihn dann damit überzeugt, dass ich ganz unkompliziert einen Tisch im „Mein Haus am See“  hier in Berlin reservierte und ein Facebook-Event einrichtete. Damit stand das FashionBloggerCafé.

Wer genau veranstaltet das FashionBloggerCafé?

Die Veranstalter des FashionBloggerCafé sind Styleranking und ich aka SpiegelEule.
Wir haben eine kleine Webseite unter fashionbloggercafe.de eingerichtet und dort seht ihr auch, dass wir inzwischen weitere Unterstützung eingeholt haben durch dawanda und edged berlin.

Welche Resonanz hattet ihr im letzten Jahr?

Mit ein paar einfachen Mitteln und geringem Aufwand hatten wir den Nerv der Bloggergemeinschaft getroffen und die Anmeldungen flatterten zahlreich ins Haus. Wir bekamen über 200 Zusagen. Ich hatte etwas Sorge, dass wir den Mitarbeitern vom „Mein Haus am See“ ganz schönen Stress bereiten könnten – mit der Reservierung hatte ich etwa 50 Leute angemeldet und diese Zahl im Laufe der Woche immer wieder nach oben korrigiert. Ach ja: und sehr leckeren Kuchen haben wir für alle bestellt. Der Kuchen stand dann am Buffet für alle Blogger zum Naschen bereit.
Das Treffen selber gestaltete sich sehr entspannt und es trafen nach und nach immer weitere Blogger ein. Wir setzten kein Rahmenprogramm oder eine Vorstellungsrunde durch, sondern jeder war selber dafür verantwortlich sich vorzustellen und neugierig auf die Anwesenden zu zugehen.

Was sind deine Erwartungen für dieses Jahr, welche Bedeutung haben Bloggertreffen für dich?

Gerade zur Fashion Week werden wieder viele Blogger extra nach Berlin reisen und in der Stadt unterwegs sein. Ich freue mich wahnsinnig, dass wir eine tolle Location gefunden haben: Es geht ab zur Arena. Wenn ich an den Stress während der Fashion Week denke und die Hitze im Zelt scheint mir das die perfekte Location um zu netzwerken und gemeinsam zu chillen.
Ich hoffe natürlich, dass wir wieder viele neue tolle Blogger treffen können und sich die Leute untereinander bekannt machen. Die virale Vernetzung und der Online-Kontakt sind einfach noch schöner, wenn man sich mal „in Echt“ kennen gelernt hat.
Persönlich nutze ich gerne Gelegenheiten bei Events oder Workshops andere Blogger kennen zu lernen und mit ihnen Erfahrungen und Meinungen auszutauschen. Die Treffen sind immer sehr inspirierend für neue Projekte und bringen mich auch immer wieder auf den neusten Stand, was so los ist in der Bloggerszene. Ich freue mich wirklich sehr viele neue und einige bekannte Blogger am Badeschiff zu treffen!

Infos:
styleranking.de

Fotos: © SpiegelEule

Modepalast 2011: Cloed Baumgartner im Interview

Die beiden Modepalast Organisatorinnen Cloed Baumgartner und Jasmin Ladenhaufen

Es passiert etwas und das finde ich spannend! Man hat nicht nur eine stumpfe und platte Modemesse, sondern man überlegt sich jedes Jahr wieder neu in welche Richtung es gehen soll und was man damit bewirken will.

- Cloed Baumgartner

Modepalast bisher: Welche Bilanz kann man ziehen ?

Cloed Baumgartner: Die Bilanz ist, dass man ein stetiges Wachstum beobachten kann – nicht nur des Events selbst, dass man immer noch mehr Labels einbinden kann – sondern auch der Wiener Szene die ja auch mitwächst.

Von den Boutiquen die sich im 7. Bezirk ansiedeln haben ganz viele der BetreiberInnen beim Modepalast begonnen und sind ganz stolz darauf.

Die Bilanz ist auch, dass der Modepalast etwas bewirkt hat in Wien und das erfüllt uns schon mit Stolz. Ziemlich viele DesignerInnen können inzwischen von dem leben, was sie machen. Sie haben ihre kleinen Läden aufgesperrt, oder sogar schon größere Läden, und strecken die Fühler jetzt auch vermehrt ins Ausland aus. Sie fahren auf Ordermessen nach Deutschland oder Paris und das ist schon klasse, das gefällt uns gut. So ist es ein gemeinsames Wachsen!

Welche Weiterentwicklung gibt es?

Der Ausblick ist, dass der Modepalast inzwischen auf guten Beinen steht und wir die Chance haben jetzt auch in Richtungen zu lenken. Mit unseren Schwerpunkten, wie im letzten Jahr etwa Modepalast Green, eine ganz wichtige Strömung mit neuen ökofairen Kollektionen, die genauso sexy und gut designt sind wie andere.

Wir haben das dann in Form eines Green Path angelegt, also wirklich integrativ dort wo es hingehört. Abendmode zur Abendmode und Street Style zum Street Style. Und heuer reagieren wir auf unsere Gesellschaft die ja doch immer älter wird und auf unser Publikum das mitaltert und aber auch designaffin ist.

Wir haben aufgerufen, dass die DesignerInnen dementsprechend ihre Kollektionen auch anpassen. Größere Größen, auf gute Stoffqualität achten und vielleicht auch einmal Outfits mit Ärmeln anbieten. Einfache Tricks die aber dann auch unser Publikum befriedigen. Oder auch, dass wir neues Publikum ansprechen können. Genannt haben wir diesen Schwerpunkt “Generations”, weil wir ja von Kindermode bis eben Mode für ältere Semester alles anbieten.

Wie siehst du die Wiener Modeszene?

Die ModemacherInnen sind ja eine abgeschlossene Gruppe, auch eine Szene, so wie die Galerien eine Szene sind. Oder die KünstlerInnen oder die bildenden KünstlerInnen oder die FilmemacherInnen, ist auch die Modeszene wie eine Familie, aber innerhalb dieser Szene beobachte ich unterschiedliche Gruppierungen die verschiedene Bedürfnisse abdecken.

Es funktioniert glaube ich ganz gut nebeneinander, das für alle was dabei ist. Mode geht ja alle was an. Und sonst gibt es eben die Strömungen, dass große Modeketten nach Wien kommen, wir nennen jetzt keine Namen… (lacht) aber das bedeutet ja auch etwas. Dass Wien bereit ist für so etwas.

Welche Punkte sind beim diesjährigen Modepalast noch wichtig….

…Newcomer! Newcomer haben wir viele. Wir haben nicht immer die gleichen Namen, wir haben dezidiert heuer 40 NewcomerInnen und ganz viele davon auch aus Wien. Das wird von creativespace.at unterstützt. Weil sie letztes Jahr mit uns eine Studie gemacht haben, aus der ganz klar hervorgeht, dass der Modepalast auch ein Wirtschaftsfaktor ist.

Der Schritt in die Selbstständigkeit wird viel leichter wenn man einmal ein solches Kick-Off Event gehabt hat. Dort wo man einmal wirklich mit viel Publikum in Kontakt gekommen ist. Und das wird auch heuer wieder bei einigen so sein. Sie werden viel Feedback bekommen und ganz sicher auch Umsatz machen. Und dann auch basierend auf solchen Erfahrungen entscheiden können, ja das kommt an. Ja das passt, das machen wir weiter. Newcomer ist also ein wichtiger Punkt.

Wie wählt man die am Modepalast teilnehmenden Designer aus?

Wir haben zu viele Anmeldungen, mehr als wir Standplätze haben. Das heißt wir haben eine Jury. Das funktioniert dann online über eine Punktevergabe, weil man nicht über zwei hundert Leute eine Jury Sitzung abhalten kann. Das würde nicht funktionieren.

Wir hatten also sieben Leute die in der Jury waren und Punkte vergaben. Dann gibt es eine Reihung und wir nehmen einfach so viele DesignerInnen wie wir nehmen können. Die Kriterien dazu sind: Wir fragen nach der Ausbildung, nach dem Gründungsjahr (dementsprechend kann man dann sagen ob es sich um einen Newcomer handelt) und die Homepage, da muss man drei Bilder hochladen und einen kurzen Text. Das heißt man bekommt schon relativ rasch über die Qualität der Bilder, über die Qualität des Gesamtauftritts einen Eindruck ob das Label Potential hat. Und dann ist natürlich auch das Bauchgefühl der JurorInnen gefragt.

MODEPALAST 2011 – brand new expo
27. bis 29. Mai 2011
MAK
Weiskirchnerstraße 3
1010 Wien
Tageseintritt: €8.-/5.- (ermäßigt für Schüler und Studenten)
Kombiticket: €12.- (gültig an allen 3 Messetagen)
Öffnungszeiten:
Do 26.5. Eröffnung (nur mit Einladung)
Fr 27.5. 12-22
Sa 28.5. 11-21
So 29.5. 11-19

fotos: oben – Teresa Hammerl ; untere – MICHAEL WINKELMANN (www.winkelmann.at)

Interview und Gewinnspiel: Häkelstorfer

Mit der Schmuckdesignerin Katrin Eckerstorfer hatte ich die Gelegenheit ein Interview zu führen und weil man ja bekanntlich über Design nicht nur sprechen soll, gibt es einen Ring und eine Kette von ihrem Label Häkelstorfer zu gewinnen. Einfach für Ring oder Kette entscheiden und unter einem Foto (oder auch beiden Fotos) auf Facebook einen Kommentar hinterlassen. Das Los entscheidet, die Teilnahme ist bis 16. Mai 2011 12 Uhr möglich.

Was bedeutet der Name deines Labels und wie kam es zur Gründung?

Das Label Häkelstorfer habe ich im März 2010 gegründet. Der Name, der sich aus der ausgeübten Technik und meinem Nachnamen zusammen setzt (Häkeln & Eckerstorfer) war und ist Programm. Seit über einem Jahr vertreibe ich unter dieser Marke meine handgefertigten Unikate.

Was ist dir bei deinen Entwürfen wichtig?

Das schöne ist, dass konzeptionell das Material selbst eine grosse Rolle spielt. Die Schmuckstücke spielen dem Betrachter optisch eine andere Welt vor. Das Garn wird erst nach genauen Betrachten als solches entlarvt. Vor allem bei den opulenten Ohrringen wird, und das ist was der Schmuckkollektion unter anderem zu Grunde liegt, spürbar dass ‘Schönheit nicht immer leiden muss’… In meiner ersten Kollektion stehen Minimalismus und Imitation im Vordergrund.

Welche Pläne und Wünsche hast du für die Zukunft?

Höher, weiter… Mit dem steigenden Interesse freue ich mich darauf schon bald auch Kunden aus dem europäischen Ausland zu begrüßen. Letztes Jahr habe ich mich eher (mit ein paar Ausnahmen zb – www.notjustalabel.com, www.tellusfashion.com) auf den deutschsprachigen Raum beschränkt. Das wird im 2ten Lebensjahr von Häkelstorfer anders. Auch wurde mir als relativ kleines Label bewusst das in Österreich noch relativ gering gut kuratierte Kreativmäkte angeboten werden. Vielleicht wird Häkelstorfer bald diese Lücke füllen.
Auf eine 2te Kollektion darf man sich zu Ende des Jahres freuen. Kollaborationen mit anderen Künstlern aus diversen Bereichen werden sicher ein weiters Highlight des kommenden Jahres.

Wo kann man deinen Schmuck derzeit in Wien kaufen?

Im Moment gibt es Häkelstorfer bei:
At First Sight, Kirchengasse 24, top5; 1070 Wien (www.atfirstsight.at)
Wundertüte, Kameliterplatz 2, 1020 Wien (www.wundertuete.at)

Weiters stellt Häkelstorfer am 19. Juni beim Fesch Markt in der Ottakringer Brauerei aus.
Weitere Vertriebspartner und Termine gibt es auf www.haekelstorfer.at

foto: Johanna Nock

Interview zum Fashionblogger Café in Berlin

Lisa im Interview mit Modabot über das Fashionblogger Café im Rahmen der Berlin Fashion Week. Sie spricht dabei auch wieder die Themen der Beeinflussung von Bloggern, und welchen Einfluss Blogger haben, an:

Der Autor setzt die Regeln für sich selbst, für seinen eigenen Arbeitsstil, für die Sachen die er annimmt, welche Sachen er weitergibt.

Den genauen Wortlaut plus Zusammenhang gibts natürlich im Interview oben, ich habe diesen Satz nur herausgegriffen weil er für mich die Grundidee hinter allen Blogs sehr schön widerspiegelt: Jeder ist für seinen Blog selbst verantwortlich, sollte aber auch dementsprechend handeln und schreiben. Wie weit man sich von anderen beeinflussen lässt bestimmt man dabei natürlich ebenfalls selbst. Immer wieder mal daran erinnern kann nicht schaden, wie ich finde.

Ein Gespräch mit Laura Carbone von der Band Deine Jugend

Laura Carbone beantwortete mir Fragen zur Band, ich sage danke und viel Spaß beim Lesen!

- Das Video zu Deine Maske hast du mit Katja Hentschel gedreht und zum letzten Videodreh wurden Bloggerinnen eingeladen. Wie stehst du zu den Videodrehs oder Musikvideos im Allgemeinen: Spaß oder Notwendigkeit?
Laura: Musikvideos sind toll! Weil sie einem einfach die Möglichkeit bieten, Dinge zu tun, die man sonst nicht so einfach machen könnte – wie zum Beispiel im Video zu “Mama geht jetzt steil”, bei dem so gut wie alle meine Freunde und Lieblingsbloggerinnen mit uns eine extrem fette Party feiern.
Ich liebe es, geschminkt zu werden und tolle Kleider tragen zu dürfen, daher ist das für mich immer wie ein kleines Fest. Was das “Schauspielern” angeht, habe ich für mich persönlich festgestellt, dass das nicht wirklich einfach ist – vor allem ohne direkte Rückmeldung wie zum Beispiel auf der Bühne. Drehtage sind immer extrem langwierig und anstrengend, aber auch so unglaublich aufregend. Deshalb wird es für mich immer cooler, Clips zu drehen!

foto: Katja Hentschel

- Weil ich gerade die Blogger erwähnt habe: Ihr habt ja auch selbst einen Blog und die Musik von Deine Jugend ist auch immer wieder auf Blogs zu finden. Was bedeuten für dich Blogs?
THE FUCKING FUCKS ist der Blog von Wox und mir, unser Bilderbuch und sozusagen unsere Dokumentation über unsere Erlebnisse und unsere Freundschaft. Der Blog bedeutet mir daher sehr viel und ich hoffe, dass wir ihn auch noch eine lange Zeit hegen und pflegen werden – genau wie unsere Freundschaft. Blogs im Allgemeinen sind ein wunderbares Medium, um seine Ansichten, Meinungen und Ideen mit Menschen zu teilen, die man wohl unter konventionellen Umständen nicht treffen würde. Durch mein Interesse an der Blogosphäre durfte ich wunderbare Menschen kennenlernen, die ich jetzt zu engen und guten Freunden zähle. Der Blog gab uns auch viele Möglichkeiten und Chancen, die wir ohne einfach nie bekommen hätten. Für mich ist die Unterstützung umwerfend, die DEINE JUGEND von der Bloggerwelt bekommt und es freut mich unendlich, dass Blogger ihre Posts nutzen, um auf uns aufmerksam zu machen. Ich hätte nicht mal im Traum gedacht, dass unser Video zu “Deine Maske” auf so vielen Blogs mit so schönen Worten auftauchen würde – ich kann mich dafür gar nicht oft genug bedanken!

Youtube Video

- Was sind die nächsten Pläne von Deine Jugend?
Wir sind gerade dabei, alles für die Veröffentlichung unseres Albums zu tun, das Ende Oktober erscheinen wird. Aktuell besprechen wir unser frisch gedrehtes Video und uns flattern die neuen Pressebilder in die Email-Ordner. Das Album ist im Moment unser primäres Ziel und es sind noch so viele kleine Dinge dafür zu tun, sodass wir im Moment auch fast nur die Vorbereitungen dafür im Kopf haben. Für uns ist aber trotzdem klar, dass wir schon im Spätherbst mit den Vorbereitungen für das zweite Album beginnen werden.

- Wenn du daran denkst was du mit deiner Band schon alles erlebt hast, gibt es eine Geschichte die dir da sofort einfällt?
Erst vor einer Woche hätten wir eine Show in Kassel spielen sollen. Der Veranstalter hatte sich seit zwei Wochen nicht mehr gemeldet, wir sind aber trotzdem 8 Stunden (dank Stau) von Berlin nach Kassel gefahren, um keinen Vertragsbruch zu begehen – um dann vor verschlossenen Türen zu stehen. Der Besitzer des Clubs meinte dann vor Ort, dass der Veranstalter sich nicht mehr melden würde, aber dummerweise unseren Show-Vertrag unterschrieben hätte. Das Ende vom Lied: Wir haben die Show nicht spielen können, da weder ein Techniker noch eine Anlage vor Ort war. Viele Leute waren extra wegen unserer Musik gekommen und konnten es nicht fassen, dass wir deshalb nicht auftreten konnten. Über meinen Blog habe ich danach mitbekommen, dass der Besitzer den Clubbesuchern wohl im Nachhinein erzählt hat, dass wir, DEINE JUGEND, nicht vor Ort gewesen wären und deshalb die Show ausgefallen ist.

foto: Katja Hentschel

Youtube Video

- In aller Kürze: Wie würdest du den Musikstil und die Inspirationen von Deine Jugend beschreiben?
Wir machen Popmusik mit Elektro-Punk Einflüssen und sind stark von Beats und Lyrics aus den 80ern geprägt. Wir lieben es, wie DAF Sachen mit ihren Texten auf den Punkt bringen können, wir lieben die Melodien von Lykke Li und Marina & The Diamonds und die Beats von Daft Punk. Unser Sound klingt nach Edelpop und unsere Produktionen sollen an Künstler wie Lady Gaga, Kylie Minouge oder Britney Spears erinnern!

Mehr findet ihr hier:

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foto: Katja Hentschel

Im Gespräch: Sabine Scholl über Giftige Kleider

Das Buch Giftige Kleider beschäftigt sich mit vielen Themen der Mode und dies auf einer kritischen, aber gleichzeitig humorvollen Ebene. Was waren beim Schreiben Ihre wichtigsten Inspirationen und was bedeutet für Sie Mode?
Wichtigste Inspirationen waren die Gespräche mit der Designerin Lisa D. Auch sie pflegt einen kritischen Umgang vor allem mit den Produktionsmethoden der Modeindustrie und arbeitet als Künstlerin mit Kleidern. Der Humor ist ein Ausdruck meiner Wahrnehmung. Einerseits bin ich modeinteressiert, fasziniert von Materialien, den Möglichkeiten immer wieder neue Formen und Variationen zu erfinden, es ist ein Spiel, eine Möglichkeit sich zu verwandeln, immer wieder eine andere/ein anderer zu sein. Andererseits bleibt es auch ein Spiel, ein lustvolles zwar, aber es gibt im Leben noch Wichtigeres, das hinter den Kleidern lauert. Und diese “ernsten” Themen versuche ich mit dem Medium der Mode ebenfalls anzutasten. In “Giftige Kleider” konkret, den Umgang mit giftigen Inhaltsstoffen in der Textilindustrie, sowie dem gefährlichen, rückwärtsgewandten Traditionalismus von Trachtenträgern.

Der Hauptcharakter im Buch, Gina Sonnenfels, pendelt zwischen Berlin und Wien. Liegen Ihnen diese beiden Städte ebenfalls besonders am Herzen und würden Sie beide als Modestadt bezeichnen?
Berlin und Wien sind die Städte, in denen ich lebe und arbeite. Das Pendeln ist hundertprozent autobiographisch. In Wien hatte ich während meines Studiums mit jungen Modemachern zu tun, war mit ihnen befreundet und hab für sie gemodelt. In Berlin fasziniert mich die Kreativität und Vielfalt der zahlreichen kleinen selbständigen DesignerInnen. Das ist schon einzigartig hier, wie mir auch eine Freundin, die in Paris in der Modebranche arbeitet, versicherte. Dort scheint alles den großen Couture-Marken verfallen, in Berlin gibt es noch Witz und Eigenständigkeit.

Lorenzo, in den sich Gina Sonnenfels verliebt, spielt eine Rolle, die wohl vielen Frauen bekannt vorkommt: sympathisch, charmant, mit einer unglaublichen Anziehungskraft, aber doch immer ein klein wenig suspekt.
Warum haben Sie diesen Charakter, diesen Typ Mann, gewählt?

Lorenzo ist mir einfach passiert. Ich mochte ihn tatsächlich sehr gerne, aber sein Typ sollte kein Statement in der Art, so und so sind die Männer heutzutage, sein. Es gibt ja noch andere Männertypen im Buch: Lord Jim, Vertreter der sexuellen Unverbindlichkeit, Peter, der ewige Student, und Andreas, der Journalist, der seiner Verflossenen ewig nachtrauert und derart geschädigt, sich vor einer weiteren Beziehung scheut.

Ich bedanke mich sehr für das Interview!

erhältlich ist das Buch hier

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