Da blätterte ich die aktuelle Ausgbabe der Beilage des österreichischen Magazins NEWS durch und schon kurven Audrey Hepburn und Gregory Peck seitenfüllend durch Rom. Gezeigt wird wie man den Look der Stadt nachstylen kann. Dies veranlasst mich nun zu der Frage: Warum ist eigentlich dieser eine Film, Roman Holiday ist gemeint, so beliebt wenn es um “Nachgestylt”-Strecken oder Editorials geht? Das muss wohl am Charme von Audrey Hepburn liegen, den man aber – so traue ich mich zu behaupten – in keinem Geschäft kaufen kann und den auch kein Designer wieder herstellen kann. Trotzdem versucht es auch die Vogue mit zahlreichen Editorials (wie hier oder hier) immer wieder. Auch der Name selbst ist populär, wie dieses Foto zeigt. Gut es bietet sich an, wie kann man besser das Flair einer Stadt und den Urlaubsgedanken – „ich will wohin wo es schön und warm ist, wo es bestenfalls auch noch tolles Essen, interessante Menschen und jede Menge Feste gibt” – einfangen als eben mit diesen beiden Worten: Roman Holiday. Deshalb wird wohl auch in Blogs (wie hier) fleißig weiter nachgestylt. An dieser Stelle möchte ich auch gar nicht die Suche für einen Streifzug durchs eigene Archiv bemühen, denn eine solche Styling Strecke findet man in den Tiefen dieses Blogs sicherlich ebenfalls… Ein Film, der Audrey Hepburn eigentlich erst bekannt gemacht hat ist heute präsenter denn je und fast schon Mainstream geworden. Oder, mal ganz ehrlich, gibt es da noch jemanden der ihn nicht gesehen hat?
pensieri
Freunderlwirtschaft
…ist ja eigentlich was anderes, hat aber trotzdem ein bisschen etwas damit zu tun was mir gerade am Herzen liegt. Die Frage ob Männer und Frauen befreundet sein können ist eine alt bekannte, ob es funktioniert oder nicht viel umstritten und in vielen Studien, Büchern und (natürlich) vor allem im täglichen Leben ein Thema. Aber wie sieht es mit der Freundschaft, die über den reinen Bekanntheitsstatus hinausgeht (im Deutschen unterscheidet man ja auch zwischen Bekannten und Freunden), zwischen Arbeitskollegen oder auch mit dem Chef? Arbeitet man noch objektiv genug wenn man mit jemanden befreundet ist, kann man über das Gehalt verhandeln oder, etwa als Journalist, eine Geschichte durchbringen wenn man dafür die Freundschaft aufs Spiel setzt? Kann es sein, dass ein Arbeitsklima angenehmer ist wenn man sich zwar ganz gut mit jemanden versteht, aber nicht auch noch außerhalb der vier Bürowände etwas miteinander unternimmt? Oder ist es etwa genau umgekehrt, so, dass man sich etwa viel besser zurechtfindet wenn man auch in Abwesenheit des Bürostuhl kommuniziert und etwas gemeinsam unternimmt? Vielleicht kennt man sich ja gerade dann besser und ist ein eingespieltes Team im Berufsalltag. Meine Sichtweise verändert sich immer wieder (personenunabhängig natürlich, nicht, dass sich hier noch jemand angesprochen fühlt…), ich bin unentschlossen. Und wenn ich jetzt sage, dass ich zu mehr Distanz tendiere (Distanz nämlich, die einem immer wieder hilft in heiklen Situationen nicht nach Gefühlen zu urteilen, sondern doch mehr an Objektivität zu wahren) fühlt sich hoffentlich auch niemand beleidigt… Beziehungen am Arbeitsplatz sind ja meiner Meinung nach das Eine, aber Freundschaft ist viel präsenter (und mit mehreren gleichzeitig möglich, was eine Beziehung ja – hoffentlich – nicht ist) und wie man dazu stehen soll kein viel diskutieres Thema, was es allerdings nicht automatisch zum einfacheren und unwichtigeren macht…
Kill your darlings!
Vor einiger Zeit führte ich ein Interview und wusste, dass ich die spannendsten Stücke nicht für meinen Artikel verwenden kann, da sich nun mal nicht zum eigentlichen Thema passten. Wenn das Gegenüber ebenfalls in einer ähnlichen Branche wie man selbst arbeitet erntet man schon mal mehr Verständnis für ein solches Problem und so hörte ich bei dieser Gelegenheit den Satz „Kill your darlings!”. Daran muss ich seitdem immer denken wenn ich bei spannenden Gesprächen mit vielseitigen Personen merke, dass die Unterhaltung niemals Platz im Text finden wird. Ich mag es fair mit Leuten umzugehen, nach dem Motto du gibst mir etwas von deiner Zeit, du nimmst dir Zeit für ein Gespräch mit mir obwohl wir uns gar nicht kennen und ich werde etwas über dich schreiben. Dass dann aber dank Platzproblem oder einer schlicht anderen Richtung, in welcher sich der Artikel entwickelt, selbige Unterhaltung aus selbigem Text genommen werden muss, tut schon mal weh. Vermutlich werde ich mich auch nie so richtig daran gewöhnen können ohne, dass mir in dieser einen Ecke meines Magens flau bei dem Gedanken daran wird. Auf der anderen Seite hat jeder gesagte Satz, jeder Hinweis, jeder neue Kontakt auch etwas ganz besonders wertvolles.
Hat man sich einmal ein Ressort ausgesucht hat man sich auch ein Fachgebiet ausgesucht. Jeder gute Journalist baut sich, je länger er schon in seinem Job tätig ist, eine Wissensblase auf, die ständig gefüllt werden muss und von der man auch laufend zehren kann (damit sie selbst nicht platzt, versteht sich). Kein Gespräch, kein Kontakt, kein Wissen ist somit je unnütz oder gar umsonst. Wird es nicht gleich eingesetzt hilft es einem möglicherweise für eine Geschichte die man Monate oder selbst Jahre später schreiben wird weiter. In gewisser Weise sammelt man als aufmerksamer Schreiber ständig neuen Stoff, auch wenn man im Moment des Sammelns noch gar nicht so genau weiß wofür oder auch für welches Thema man es irgendwo zwischen den kleinen grauen Zellen ablegen soll.
Der Satz „Kill your darlings” stimmt deshalb auch nur auf Zeit, irgendwann erwachen diese darlings zu neuem Leben. In der Zwischenzeit sind sie dafür verantwortlich, dass nicht nur bereits Veröffentlichtes sondern auch Wissen Macht ist. Ich hoffe mein schlechtes Gewissen hat diesen Text nun ebenfalls gelesen… oder soll ich ihn dir besser nochmal vorlesen?
Wollen wir Freunde sein?
Schulkinder und die Frage „Wollen wir Freunde sein?”, gerne auch kombiniert mit der Diskussion wer denn nun jetzt eigentlich die beste Freundin sei. Weit, oder manchmal eigentlich auch gar nicht so weit, weg von der Unterstufe hat sich diese Frage auch in die Blogosphäre durchgeschlagen. Neben Neid und den Problemen ob jemand mehr als man selbst geschenkt bekommen hat (wie war das damals mit dem Spielzeug im Kindergarten?), ist da vor allem die Sache mit der Eingeschworenheit der Gemeinschaft. Gerne wird da Freundschaft mit beruflichen Kontakten verwechselt. Kollegen gibt es kaum, Freunde aber jede Menge. Unverständnis wenn man jemanden nicht gleich zu sich nach Hause einlädt, gemeinsam etwas trinken geht oder private Konversationen führt. Der eine fühlt sich da schnell ausgeschlossen, von anderen wird man als abgehoben bezeichnet, lässt man sich nicht auf jede Freundschaft ein. Trifft man sich dann aber mit anderen Bloggern (die tatsächlich auch zu Freunden wurden) zu privaten Anlässen über die man dann auszugsweise selbst bloggt gilt man schnell als Insidergrüppchen. Immer mehr stelle ich mir da die Frage ob und wann wir tatsächlich vergessen haben Freundschaft vom Netzwerken zu unterscheiden? Sehen wir Bloggen vielleicht doch nur als Hobby und und alle als Gemeinschaft mit den gleichen Interessen weshalb wir immer und überall zusammenhalten müssen? Ich weiß es nicht. Ich finde und fand es aber immer schon sehr spannend wenn es plötzlich nicht mehr (oder fast nicht mehr) um Mode, und die Dinge welche man auf seinem Blog thematisieren wollte, geht sondern vielmehr um „Hast du schon gehört, die spricht nicht mit dem. Und die schreibt der nie zurück.”. Beinahe könnte man glauben man könnte ganze Gossip Blogs nur mit diesen Themen füllen. Was ich damit übrigens nicht meine: Es gibt tatsächlich genügend „abgehobene” Blogger die glauben, dass nur sie intelligente Texte, Kritiken oder Meinungsäußerungen auf ihren Blogs veröffentlichen. Das Bloggen lebt von Kommunikation, zweifelsohne möchte man ja auch diskutieren (warum schreibe ich denn sonst, führe ich einen Monolog?), mich aber deshalb nicht gleich zur nächsten Familienfeier einladen (lassen). Danke.
Vom Käse, vom Prosciutto und dem Mann am Meer
Dort ganz in die nordöstliche Ecke von Italien gedrängt liegt eine Region namens Friaul. Nein, sie hat nichts mit Venedig und eben so wenig mit dem typischen Italien wie man es südlich von Rom kennt, zu tun. Wer aber nach italienischer Lebensfreude und der Schönheit der Landschaft sucht wird hier nicht falsch sein. Mit Hausmeisterstränden haben die kilometerlangen Sandbuchten ebenso wenig zu tun wie Mallorca mit einer einzigen Touristeninsel. Es gibt bekanntlich für alles sowas wie eine Nebensaison, sowas wie den ganz besonderen Charme eines Landesteils. Dass es diesen in dieser nördlichen Provinz von Italien gibt, wusste auch schon Rilke. Schließlich gibt es hier auch irgendwo zwischen Bergstraßen, Ebenen und dem Meer einen Humor der oft ebenso trocken ist wie die Karstlandschaften in dieser Gegend. Wein, Käse und grandiosen Prosciutto (den aus San Daniele versteht sich, nicht den aus Parma) und den Grappa. Ja, vor allem den Grappa. Was es sonst noch über das Friaul zu sagen gibt sind unendliche Geschichten, eine, vielleicht erfunden, vielleicht wahr, soll im folgenden erzählt werden. Eine Geschichte darüber, dass nicht alles immer funktionieren muss, aber trotzdem möglich ist. Vielleicht ein Charakterzug von ganz Italien, einer den ich ganz besonders mag.
Die erste größere Stadt auf dem Weg von Wien ans Meer die mich mit italienischem Flair in ihren Bann zieht, ist Udine. Im Nordosten von Italien in der Region Friaul-Julisch Venetien gelegen, bietet sie eine wunderbare Mischung verschiedener Kulturen. Die Nähe zu Österreich und Slowenien ist ebenso zu spüren, wie der bunte Sprachenmix. Ideal für meine Begeisterung für Italien und Sprachen gleichzeitig. Neben Italienisch und der eigenen Sprache im Friaul, dem Friulanischen, sind teilweise auch Slowenisch und Deutsch Amtssprache in der Region. Eigentlich eine Schande wenn man dann, wie ich, immer wieder Englisch spricht, bestätigt auch Silvia, meine aus dem Nordosten Italiens stammende Sprachtandem Partnerin, bei mir zu Hause in Wien. “Sprich Italienisch wenn du es sowieso kannst!” hörte ich deshalb schon unzählige Male von ihr. Mehr durch Zufall lernte ich vor einigen Jahren bei einer Veranstaltung in Wien einen Mann aus eben dieser Region kennen. Ich dachte damals an nichts Ernstes, doch der Kontakt zu Marcello riss seither nicht ab. Wir hatten keine Beziehung, doch sahen uns regelmäßig an den unterschiedlichsten Orten. Auch meine Aufenthalte in Udine häuften sich und ich habe angefangen diese Stadt als eine meiner italienischen Lieblingsstädte zu bezeichnen. So verschlägt es mich auch immer wieder in die Nähe von Udine, der heimlichen Hauptstadt der Region (Triest ist ja die eigentliche), ans Meer. Zwischen Venedig und Triest befinden sich zahlreiche Badeorte, welche sehr stark touristisch erschlossen sind. Ähnlich wie auf Mallorca gibt es aber auch hier ein Leben abseits der Bettenburgen und so findet man noch ältere Ortsteile. Die kleinen Städtchen Caorle und Grado sind da gute Beispiele. Ein angenehmer Faktor ist in diesen Badeorten, dass neben Touristen aus Deutschland und Österreich auch viele Italiener selbst in zahlreichen Appartements ihren Sommer am Meer verbringen. Besonders viele sind im August anzutreffen, wenn rund um den Feiertag Ferragosto am 15. August ganz Italien auf Urlaub ist. So befinde ich mich gerade ebenfalls am Meer, mitten zwischen unzähligen Italienern und anderen Touristen. read on
Warum blogge ich eigentlich?
Mittlerweile gibt es eine unüberschaubare Zahl an Mode-Blogs, manche stehen ganz am Anfang, manche haben sich nach jahrelanger harter Arbeit in der Szene etabliert, manche sind nach wenigen Monaten zum unerwarteten Ruhm gekommen. Andere bloggen jahrelang ohne wirklich beachtet werden, ihre Schreiber haben aber nicht weniger Leidenschaft oder Können. Einen guten Mode-Blog zu finden ist bekanntlich nicht immer einfach, die wirklich guten sind nicht selten unbeachtet und nur durch konsequentes Klicken durch zahlreiche Blogrolls auffindbar. Dass der ein oder andere Blogger bei Akkreditierungen abgelehnt wird ist bei dieser Flut an Blogs auch gar nicht so schwer zu verstehen. Zählt doch schlussendlich allzu oft, wie in so vielen anderen Bereichen auch, die Quantität (und damit die Klickzahl) und meist weniger die tatsächliche Qualität.
Was ich damit aber eigentlich sagen möchte:
Sich in dem Dschungel von Mode-Blogs behaupten zu können, sein “Ding” zu finden ist oft nicht so einfach. Vor allem dann nicht wenn es hundert andere Blogs gibt die genau das machen was man selbst auch schreibt oder postet. Egal ob Outfit Fotos, kritische Texte zur Mode, aktuelle News oder Tipps zu den unterschiedlichsten Themen. Irgendwo anders findet man genau das was man selbst auch macht. Durchkämpfen und trotzdem nicht die Inspiration verlieren sind dabei nicht unwichtig. Denn was spricht eigentlich dagegen, dass man auch selbst besser als die anderen ist? Oder im besten Fall sogar so seinen eigenen Stil findet, dass man etwas macht was es sonst nirgends gibt. Eine ausgewogene Kombination aus guten Texten und guten Fotos ist dabei sicherlich schon mal ein guter Anfang. Wobei, ganz ehrlich: Wer schaut sich nicht auch einfach gerne Blogs mit guten Fotos an? Eben! Das schöne an Blogs ist doch eigentlich, dass alles geht. Und wenn es einem nicht gefällt, nun dann klickt man einfach nicht drauf. Geht doch ganz leicht!
la dolce vita
Ein paar Tage in Italien zu verbringen kann wie ein Fellini Film sein. Romantisch, unmöglich, überraschend und vor allem voller Leidenschaft. Wobei sich wohl selbst il maestro nicht gedacht hätte, dass man irgendwann mit Kaffee am Hauptplatz sitzt und den älteren Herrren mit orangen Hosen und Pullover dabei zusieht wer mit dem Rollator schneller ist. Italien kann selbst das stilvoll wie kein anderes Land. Im italienischen Hutgeschäft wurde mir in Wien einmal im Vertrauen verrraten, dass man die orangen Schirmkappen in Wien nicht verkaufen kann. “Die gehen nämlich nur in Italien!” Richtig, hier hat man mehr Mut zu Farbe und zu Farbkombinationen. Stilvolles langsames fahren mit dem Rad inklusive. Wer Anzug trägt und dabei telefoniert kann deswegen trotzdem noch schnell bremsen um den vor der Bar stehenden Freunden zu winken. Die stehen nämlich auch vor der Bar (egal wie kalt es ist) denn schließlich kann man drinnen ja nicht mehr rauchen. Dass man am Abend nach dem Essen (Pizza oder Pasta? beides bitte) noch in die Bar geht um Bier, Aperol oder ja, ein Kaffee geht noch, zu trinken gehört zu den wenigen Dingen die schöner als schlafen sind… Und auch die anderen Dinge die schöner als schlafen sind können die Italiener am Besten. Ist ja klar, oder?
Gedanken zum Bloggen
„Warum bloggst du?” ist eine der am Häufigsten gestellten Fragen in Interviews mit Bloggern. Ein guter Anlass um immer wieder über das Warum nachzudenken.
Nun, ich behaupte, dass ich mit dem Bloggen angefangen habe um ein Medium (und damit meine ich nichts Spirituelles) zu haben, auf dem ich mich frei ausdrücken kann und auf dem ich auch meine Fotos einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen kann. Schließlich wollte ich diese damals wie heute mit anderen teilen. Dass sich ein Schwerpunkt auf Italien und die Mode entwickelt hat ist mehr oder weniger Zufall und spiegelt im Grunde nur meine persönlichen Interessen wider, die nun mal besonders auf diesen beiden Themen liegen.
Freilich ist auch ein Grund einen eigenen Blog zu führen, dass man hier ohne eine Redaktion hinter sich stehen zu haben die Themen frei wählen kann. Niemand sagt einem wie man etwas schreiben oder posten soll bzw. muss. Egal welche Themen man wählt, egal wie man darüber schreibt oder welche Fotos man online stellt: Feedback bekommt man erst nach Veröffentlichung von den Lesern. Eine wie ich finde, wunderbare Form der direkten Kommunikation mit all denen die man erreichen möchte. Im besten Falle denkt man aber auch als Blogger, wie bei einem anderen Medium (sei es bei einer Print-, bzw. Online Zeitung oder einem Magazin), darüber nach welchen Content man auf seinem Blog haben möchte. Was will ich posten, was kann ich vertreten, womit denke ich, dass ich meine Leser ansprechen kann? Ich überlege mir was wichtig ist, ob ich Wert auf Qualität oder Quantität lege, ob ich mehr Texte oder mehr Fotos zeigen will. Ich denke darüber nach ob ich Werbung für Marken machen möchte oder auch was ich dafür von den jeweiligen Firmen bekommen möchte, ob ich dies meinen Lesern dann auch klar mitteile oder ich mich für einen werbefreien Blog entscheide. Ebenso wie ich mir auch Gedanken über Design und Layout mache.
Aber: Das tolle an Blogs ist, dass ich (und das habe ich hier sicherlich schon öfters erwähnt) gefallen sie mir nicht, sie einfach nicht lesen muss. Ich kann mich natürlich dazu äußern, dass mir ein Blog nicht gefällt (tue dies aber am Besten nicht in der Kommentar Sektion eines Blogs mit diskriminierenden oder den Autor schlecht machenden Kommentaren). Ähnlich wie ich auch die Bild Zeitung nicht lesen muss wenn ich das nicht möchte oder wie ich gewisse Magazine nur beim Arzt oder Frisör lese (dank iPad wäre das eigentlich auch mit manchen Blogs möglich).
Jetzt aber zu dem was mir bei Blogs besonders am Herzen liegt:
So sehr wie sich das Thema um die Milchmädchen-Blogger gehalten hat, so sehr spicht man immer noch über Fotos aus der Umkleide oder über Blogs die sich nur damit beschäftigen was die letzte Shopping Ausbeute, und wie teuer und unleistbar diese war, beschäftigen. Auch immer wieder vertreten ist die Frage ob man als Blogger bei PR Events dabei sein soll oder vielmehr ob man dann (ohne Bezahlung) darüber berichten soll (aktueller Artikel bei Blica). Nicht als Blogger, sondern bei einem bezahlten Job in einem Online Medium wurde ich einmal mit der Frage konfrontiert warum ich in Artikeln immer wieder Marken erwähne, obwohl diese gar nicht für Werbung bezahlt haben.
Nun ist es überhaupt möglich über Mode zu schreiben ohne ein Label oder einen Markennamen zu erwähnen? Wäre es in Ordnung als Blogger über die Marken zu schreiben mit denen man selbst gerne zusammenarbeitet? Ist es erlaubt selbst auszuwählen ob man etwas erwähnen möchte oder nicht? Oder wäre es sogar erlaubt zu sagen, dass man über manche Veranstaltung nur schreibt, wenn man nicht bezahlt wird (um seine eigene Meinung darüber äußern zu können)?
Als Journalist ist man verpflichtet sich an eine gewisse Berufsethik (in Bezug auf klare Kommunikation bezahlten Inhalts – geschieht dies bei allen Modeartikeln in Magazinen?) zu halten, doch auch hier kann man sich wieder die Frage stellen „sind Blogger Journalisten?” gerne auch verbunden mit der Frage sind alle Journalisten die sich als solche bezeichnen tatsächlich auch Journalisten?
Ich gebe hiermit ohne dem geringsten Problem zu, gerne in Showrooms zu sein, gerne in anderen Städten PR Agenturen mit Showrooms zu besuchen um einen Eindruck von aktuellen Kollektionen zu bekommen die man hier in Wien vielleicht nicht findet. Ich lasse mir gerne Kollektionen erklären ohne dabei Pressetexte die mir per Mail zugesandt werden zu lesen. Ich greife gerne Stoffe an, ich kommuniziere gerne. Positiv sehe ich auch selbst beim Lesen anderer Blogs vorab präsentierte Kollektionen oder Hinweise auf neue Shops, gerne dann versehen mit Fotos bzw. Texten des Autors die seine ganz persönliche Sicht darstellen. Außerdem fotografiere ich auch selbst gerne und mache dies auch hier in Wien bei PR Veranstaltungen, Shop Eröffnungen oder Modeschauen. Wer behauptet, dass dies geschieht weil man selbst keine anderen Ideen hat, nun der kennt nicht die Schwierigkeit neue Fotomotive zu finden und sich von neuen Locations, neuen Anlässen herausfordern zu lassen (hallo Neonlampe, hallo schlechtes Licht, hallo schiebende Menschenmassen).
Übrigens: Ein ungemein wichtiger Punkt wird für mich immer der Umgang von PR Agenturen mit Bloggern sein. Wer vorschreibt was man schreiben soll, wer einen bestimmten Inhalt fordert oder gar vorschreibt was man wann schreibt sollte niemals (und dabei ist es egal wie viele Leser ein Blog hat) unterstützt werden.
Ganz abgesehen davon denke ich ja, und da schließe ich mich vollkommen mit ein, dass man sich (und damit wird auch dieser Text völlig überflüssig) mit der Energie mit der man sich mit Umkleide und Co. beschäftigt sich mit all den Bloggern beschäftigen sollte, die für ihre Arbeit verhaftet werden oder für immer von der Bildfläche verschwinden, weil sie über Politik, Menschenrechte oder Aufstände schreiben und damit ihr Leben riskieren.
Keinesfalls soll das heißen, dass Modeblogs keine Berechtigung haben. Im Gegenteil. Mode ist ein Teil von Kultur, Mode ist Ausdrucksform, Mode ist eng verbunden mit der Geschichte der Menschheit. Mode ist wichtig. Denken aber auch.
Imagine a city…
Liebe ist.
Nachfolgender Text soll keinerlei persönlichen Charakter haben. Es geht dabei nicht um mich, sondern wurde von jemand anderen geschrieben, der seine Gefühle in einen Text verfassen wollte. Weil es so schön geworden ist soll dieser Text nun an dieser Stelle veröffentlicht werden.
Liebe. Mit einem Punkt oder mit drei Punkten nach dem Wort. Liebe… Etwas, ein Gefühl, dass man nicht einfach so abschalten kann. Menschen kommen ins Leben, Menschen gehen wieder. In manche von ihnen verliebt man sich, für manche schwärmt man, manche bedeuten einem alles. Diese verlassen einem nie wieder, sie bleiben für immer ins Herz geschlossen, egal was passiert, egal wie sehr es schmerzt. Nur mit ihnen schafft man es auch die aller schwierigsten Zeiten zu überstehen, ihnen kann man auch Dinge verzeihen die man eigentlich nicht mal in der eigenen Familie verzeihen würde. Untreue, Lügen, Trennung, unüberwindbare Differenzen… Die Zeit heilt alle Wunden. Gibt man sich nur genug Zeit kann man alles überstehen, man kann unendlich viele Kapitel im gemeinsamen Buch verfassen ohne dabei die alten Kapitel wie einen Stein im Herzen mittragen zu müssen. Die Kapitel sind gelesen und geschrieben, sie gehören zur Geschichte dazu, sie sind Teil einer gemeinsamen Zeit, aber sie haben keinen Einfluss auf die Gegenwart. Die scheinbar endlose gemeinsame Vergangenheit gibt einem ein Gefühl von Sicherheit, die Sicherheit die man nur hat wenn man eine Person getroffen hat mit der man sich bedingungslos versteht. Seelenverwandt? Kann es sein, dass zwei verbundene Seelen einander wieder finden egal wann und wo sie getrennt wurden? Egal wie sehr sie sich sprachlich, kulturell und gesellschaftlich unterscheiden? Kann Liebe eine dermaßen große Anziehungskraft haben?
Es sind die kleinen Dinge die ein Zusammensein besonders machen, die kleinen Dingen die plötzlich die Welt bedeuten teilt man sie mit jemanden von dem man sich so sehr angezogen fühlt. Eine Berührung am Arm im Vorbeigehen, die Aufforderung zum Tanzen bei einem romantischen Lied, das gemeinsame Liegen am Sofa nach einem anstrengenden Tag, die Selbstverständlichkeit einer Berührung beim Einschlafen… all das sind Dinge die das Leben ausmachen, die das Leben lebenswert machen, teilt man sie mit jemanden der einem ein Leben über begleitet. Ich hörte einst, dass man nicht nach einem Partner, sondern nach einem Zeugen fürs Leben sucht, da alles erst dann Bedeutung bekommt wenn man es mit jemanden gemeinsam erleben kann. Dies mag nicht so falsch sein, ist doch das Gefühl gemeinsame Erinnerungen zu haben eines der schönsten Gefühle die es gibt.
Ich weiß nicht in welchen Kapitel wir mittlerweile angekommen sind, wie viele Kapitel wir noch schreiben werden oder wie das nächste heißen wird. Ich weiß nur, dass ich unser Buch immer aus dem Regal holen kann, egal ob es einmal fertig geschrieben sein wird, noch unvollendet ist oder vielleicht sogar einmal einen zweiten Teil bekommt. Alles kann passieren, aber verschwinden wird es nie.



