Ole Yde aus Kopenhagen im Gespräch: „Blogs müssen neue Dinge finden, sonst sind sie nicht interessant.”

Während des Ringstrassen-Galerien Designer Awards 2012 in Wien zeigte der dänische Designer Ole Yde seine Kollektion, die er auch bereits bei der letzten Fashion Week in seiner Heimatstadt Kopenhagen präsentierte. Über Kunst, Blogs und Stilfragen sprachen wir mit ihm.

Welche Bedeutung hat für Sie Mode?
Bei der Mode geht es für mich um Lifestyle, darum Spaß zu haben und sich wohlzufühlen. Mode kann sehr aufregend sein, aber wenn man sich mit ihr nicht wohlfühlt, dann sieht man auch nicht gut aus. Mode sollte außerdem nicht allzu ernst genommen werden.

Ist Mode Kunst?
Kann sie sein, aber für mich ist Mode mehr ein Kunsthandwerk. Mode verändert sich in jeder Saison, Kunst ist etwas das länger bestehen bleibt. Es ist sehr selten, dass ich Mode als Kunst bezeichnen würde.

Ihr Label, YDE, wurde 2005 gegründet…
Ja, wir haben klein begonnen. Damals war es mehr ein „fun project”. Dann haben sich immer mehr Leute dafür interessiert. Schritt für Schritt wurden wir größer.

Wo werden die Stücke verkauft?
Wir haben schon in vielen Shops auf der ganzen Welt verkauft. Dann haben wir umstrukturiert und einen Shop in Kopenhagen eröffnet. Ab der nächsten Saison wollen wir aber auch wieder damit beginnen mehr im Ausland anzubieten. Auch in Wien vertreten zu sein, wäre natürlich nett.

Wie viele Kollektionen gibt es bereits?
Wir machen zwei pro Jahr, die erste 2005. Wir haben außerdem viele Spezialanfertigungen für unsere Kunden. Wir machen alles, wie Hochzeitskleider, Mäntel, Pelz…

Ihre Kunden sind meist…
Das ist ganz unterschiedlich! Wir haben Kunden die 20 Jahre, aber auch Kunden die 70 Jahre alt sind.

Sie haben bereits in Paris gezeigt.
In Paris hatten wir bereits in Showrooms für die Presse gezeigt, jetzt wollen wir auch für Kunden und den Verkauf ausstellen. Jedes Jahr zeigen wir auch bei einer großen Show während der Fashion Week in Kopenhagen.

Sind Kooperationen ein Thema?
Ja, in dieser Saison hatten wir zum Beispiel eine Kooperation mit Christian Louboutin. Das war nett, wir haben ihn in Kopenhagen getroffen. Die Besitzerin des Louboutin Shops – eine Kundin von uns – trug dort eines meiner Kleider, so kamen wir in Kontakt. Er hat mich dann gefragt ob wir seine Schuhe für unsere Kollektion verwenden wollen.

Was denken Sie über Blogs und Social Media?
Blogs müssen neue Dinge finden, sonst sind sie nicht interessant. Besonders für kleinere Labels ist das ein wichtiger Punkt. Sie haben nicht das Marketing Budget für Werbung und in viele große internationale Magazine – in Editorials – kommt man nicht, wenn man nicht auch Werbung schaltet. In diesem Sinne brauchen eben besonders kleinere Labels Blogs und Social Media.

Wie würden Sie den Stil Ihrer Arbeit beschreiben?
Sehr feminin. Ich mag außerdem die femme fragile und sehe das als eine Stärke, nicht als Schwäche einer Frau. Mein Stil ist weiters eher elegant. Ich muss gestehen ich liebe Schwarz, aber ich verwende auch Farben. Das ist wichtig und sehr gut um jemanden zum Lächeln zu bringen.

Ole Yde bei der Show in Wien

Mehr Eindrücke vom Award und den Gewinnern des Abends, Mark & Julia:

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